Probleme beim Harnablassen, Restharn nach OP – Frage von Hans Dieter S

Sehr geehrter Herr Professor Wiedemann,

bin sehr froh, dass es Sie und diese Plattform gibt.

Bin 53, hatte seit ca. 2 Jahren fallweise Probleme beim Harnlassen (kein Nachtropfen sondern, beim Harnlassen selbst) bis es durch die Einnahme von Valciclovir und Antibiotikum (falsche Indikation vom Hautarzt, Herpes war laut Bakterielen Institut nicht vorhanden) ein Urinieren unmöglich wurde – Bauchkatheder wurde erforderlich.

Nach Blasenspiegelung, CT. MRT, Blasenbelastungstest wurde eine gutartige Vergrößerung der Prostata mit Druck auf die Harnröhre diagnostiziert.

Entzündungswerte im Harn wurden ebenso festgestellt.

Eine längere Tamsolusin – Einnahme brachte keinen Erfolg, eher das Gegnenteil inkl Ejakulationsverlust.

Diverse Tees konnten die Restharnmenge auf die Hälfte reduzieren.

Ersten OP-Schritt war ein “ Ejakulationsprodektiver Eingriff “ mit Green Laser (GL war mein Wunsch wegen der Temperaturtiefe im Gewebe und der guten Verödung) vor ca. 5 Wochen.

Ergebnisse:

Vor OP: Restharnmenge 250 – 560 ml (bessere Werte nach Einhahme von Graviola-, Blasen- und Brennessseltees, Alpha Blocker Tamsulosin verschlimmerte nur das Problem)

5 Wochen – nach OP:

  • Restharnmenge nach dem Liegen: ca. 200 – 250 ml
  • Restharnmenge nach dem Sitzen: ca. 35 – 80 ml (schlechtere Werte, wenn Blase voller ist)
  • Restharnmenge nach Spazierengehen bzw. Tätigkeiten: 40 – 140 ml (schlechtere Werte, wenn Blase voller ist)

Potenz nach OP weiterhin erstklassig, Ejakulationsmenge derzeit ca. 50% wie vor OP

Meine Fragen:

  1. wird Ihrer Erfahrung nach eine volle inneren Resektion mit Verlust der Ejakulation eine weit geringe Restharnmenge ermöglichen um den Bauchkatheder wieder los zu werden.
  2. wäre es möglich,  dass trotz Blasenbelastungstests eventuell der innere oder der äußerer Schließmuskel nicht richtig öffnen und wie könnte man jeweils den einen und anderen auf eine einwandfreie Funktion überprüfen ?
  3. oder sind die unterschiedlichen Restharnmengen ein typischens Bild einer Prostataentzündung.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung, mit besten Grüssen

Hans Dieter S

Antwort von Prof. Wiedemann:

Lieber Herr S.,

der bei Ihnen vorliegende komplexe Fall und Verlauf überfordern leider das Format eines Online-Frageservice.

Zur sinnvollen Beantwortung Ihrer Fragen sind Informationen nötig, die nur der behandelnde Arzt vorhalten kann bzw. durch weitere Untersuchungen geklärt werden müssten.

Deswegen sorry, wenn ich passe.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2018-08-15T17:22:32+00:0015. August 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.