Demenz und Überaktive Blase

Demenz und Überaktive Blase hängen über verschiedene Wege zusammen: So geht eine Demenz häufig mit einem Verlust der Blasenkontrolle einher.

Da unser Denkvermögen und unsere Blasenkontrolle über den gleichen Botenstoff, das Acetylcholin, gesteuert werden, ist die Behandlung mit Medikamenten manchmal zwiespältig:

  • Wird der Verlust von Acetylcholin bei einer Demenz mit Acetylcholin-steigernden Medikamenten („Antidementiva“) ausgeglichen, kann eine Überaktive Blase resultieren;
  • wird eine Überaktive Blase mit Anti-Acetylcholin-Medikamenten („Anticholinergika“) gedämpft, kann – zumindest bei den Medikamenten, die das Gehirn erreichen – eine Demenz verschlimmert werden.

Untersuchungen deuten sogar daraufhin, dass gehirngängige Anticholinergika und hier vor allem Oxybutynin langfristig eine Demenz auslösen können.

Bei „Vergesslichkeit“, Verdacht auf Demenz oder schon bestehender Demenz mit Blasenschwäche sollte daher auf Trospiumchlorid, das einzige nicht im Gehirn anflutende Medikament dieser Gruppe, ausgewichen werden.

2015-11-18T14:37:48+00:0018. November 2015|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.