Harnverhalt durch Amitriptylin?

Amitriptylin ist ein altes Medikament gegen Depressionen. Es hat gegenüber moderneren Substanzen den Vorteil, dass neben depressiven Symptomen auch ein Teil des Eingeweidenervensystems gedämpft wird.

Dies kann zu Veränderungen des Herzschlages, zu Veränderungen der Konzentrationsfähigkeit, zu Müdigkeit und auch zu Blasen- und Darm-Trägheit führen. Deswegen werden Medikamente wie Amitriptylin gerade bei Älteren oder Männern mit großer Prostata oder bei Patienten mit grünem Star sehr vorsichtig eingesetzt. Die genannten Nebenwirkungen sind auch der Grund dafür, dass bei der Auswahl von Medikamenten gegen die überaktive Blase den Substanzen der Vorzug zu geben ist, die keine Nebenwirkungen im Nervensystem verursachen können.

Ist es unter Amitriptylin zu einer Harnverhaltung gekommen, muss überlegt werden, ob das Antidepressivum gewechselt werden kann oder eine – dann in aller Regel operative – Behandlung der Prostatavergrößerung eingeleitet werden kann.

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2017-06-27T13:17:02+00:006. November 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.