Hat die Ernährung Einfluss auf eine Blasenschwäche?

Blase und Darm liegen nicht nur eng beieinander, sie bilden auch ein Organsystem im „kleinen Becken“. Eine ähnliche Nervenversorgung und das häufig gemeinsame Vorkommen von Funktionsstörungen verdeutlichen, dass sehr wohl Blasenerkrankungen den Darm und Darmerkrankungen die Blase beeinflussen können.

Dies gilt besonders für die Verstopfung. Während früher angenommen wurde, dass die sich nicht entleerenden Kotmassen der Verstopfung die Blasenentleerung behindern, weiß man heute, dass die dadurch hervorgerufene Enddarm-Dehnung zu einer Überaktiven Blase führt – also genau das Gegenteil einer Blasenentleerungsstörung hervorruft. So kann häufiger, überstarker Harndrang am Tag und in der Nacht resultieren, oftmals verbunden mit unfreiwilligem Urinverlust. Andersherum ist es wichtig, bei einer Überaktiven Blase für eine ausreichende Darmentleerung mit ballaststoffreicher Kost, Obst und Gemüse zu sorgen.

2016-04-24T14:42:41+00:0024. April 2016|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.