Blasenschwäche und Diabetes – Besonderheiten, Behandlung, worauf muss ich achten?

Die Blasenfunktionsstörungen bei Diabetes sind komplex und nicht einheitlich. Eine Zuckerkrankheit kann auf vielen Ebenen den Harntrakt besonders bei langem Bestehen schädigen:

  • Es kann zu einer Schädigung von Nervenbahnen kommen („Polyneuropathie“),
  • die Durchblutung der Blase kann gestört sein (Mikro- und Makroangiopathie),
  • zudem können bestimmte Zuckermedikamente aus der Reihe der Difluzine zu einer Harnflut führen („Glukosurie“) und damit Symptome einer überaktiven Blase verschlimmern.

So ist bekannt, dass rund 2/3 aller Diabetiker unter Harntraktbeschwerden klagen, wenn ihre Zuckerkrankheit acht Jahre lang besteht. Leider ist dies in Fachkreisen noch nicht überall bekannt und es wird auch in Diabetesprogrammen nicht regelmäßig untersucht.

Deshalb gilt die Devise: Bei Beschwerden mit dem Wasserlassen in ärztliche Behandlung!

2018-07-29T15:04:54+00:0028. Mai 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.