Wann spricht man von einer überaktiven Blase? Wann ist eine Blasenüberaktivität die Folge einer Harnwegsinfektion?

Eine klassische überaktive Blase findet bei keimfreiem Urin statt.

Die Erfahrung lehrt jedoch, dass häufige, nicht ausbehandelte oder chronische Harnwegsinfekte über Wochen und Monate auch zu Beschwerden einer überaktiven Blase (häufiger, befehlsartiger Harndrang tags und nachts, ggf. Urinverlust) führen kann. Hier zeigen die Untersuchungen eines Facharztes auf, ob Infekte eine Rolle spielen. Ist dies der Fall, wird häufig eine so genannte „Langzeitantibiose“ vorgenommen, d. h. mit schwachen, nur im Harn wirksamen Antibiotika wird versucht, den chronischen Harnwegsinfekt effektiv einzudämmen. Kommen die Beschwerden der überaktiven Blase dann nicht alleine zur Ruhe, wird zusätzlich mit blasendämpfenden Medikamenten aus der Reihe der Anticholinergika behandelt.

2018-05-02T11:27:10+00:00 2. Mai 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.