Im Krankenhaus bekommen Patienten ihre Medikamente in kleinen Tüten mit Namen und der Bezeichnung des Medikaments – warum?

In vielen Krankenhäusern werden Medikamente nicht mehr von einer Schwester in „Tagesrationen“ verpackt, sondern auf elektronischem Wege von der Apotheke rationiert. Das Vorgehen ist in mehrere Schritte unterteilt:

  1. Der Arzt trägt die Medikamente, die er verordnet, in ein EDV-Programm ein.
  2. Dieses überprüft, ob Interaktionen (Störungen durch andere Medikamente) vorliegen oder das Medikament eher durch ein anderes ersetzt werden sollte, weil das ursprüngliche z. B. wegen des Alters des Patienten oder seiner Nierenfunktion ungeeignet ist.
  3. Das EDV-Programm veranlasst das automatische Verpacken der Medikamentenrationen in kleine Tüten, die mit dem Namen des Patienten und dem Einnahmezeitpunkt gekennzeichnet sind (z. B. „Hans Mustermann, morgens vor dem Frühstück“) und zusätzlich den Namen und die Dosierung des Medikamentes tragen (z. B. „Azetylsalizylsäure 500 mg“).
  4. Ein Apotheker gibt die Medikamente nach Sichtkontrolle frei.
  5. Die das Tütchen aushändigende Schwester überprüft noch einmal die Medikation.
  6. Der einnehmende Patient kann seine Medikamente ebenfalls überprüfen.

Damit ist die Arzneimittelsicherheit in hohem Maße gewährleistet; es liegt nicht nur ein „4-Augen-Prinzip“ sondern – rechnet man den Patienten hinzu – ein „8-Augen-Prinzip“ vor.

2013-12-12T19:02:26+00:00 12. Dezember 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.