Einmalgabe oder mehrere Einzeldosen bei der Überaktiven Blase – was ist besser?

Vordergründig scheint eine Einmaltherapie bequem und zuverlässig zu sein – müssen 3 Einzeldosen eingenommen werden, ist die Gefahr einer unzuverlässigen Einnahme scheinbar höher.

Jedoch bedeutet eine ärztlich geleitete Pharmakotherapie immer das Ausloten einer Balance zwischen idealer Wirkung und minimierten Nebenwirkungen. Diese Balance ist individuell – der eine Patient braucht bei schweren Beschwerden viel Substanz, der andere bedarf einer schonenden Dosissteigerung, bis sich anfängliche Nebenwirkungen verloren haben.

Dies ist nur mit einer regulierenden Therapie zu leisten – im Fachjargon „Titration“ genannt. So gibt es Anticholinergika, die in verschiedenen Dosisstufen vorliegen; sie erlauben es, bei wenig Beschwerden wenig, bei starken Beschwerden viel Dosis zu geben. Bei einem Beschwerdemaximum tagsüber kann morgens die Hauptdosis und bei einem Beschwerdemaximum nachts kann abends die Hauptdosis gegeben werden. Dies ist in vielen Fällen sinnvoller als eine starre Einmaltherapie.

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2017-06-27T13:12:59+00:004. Dezember 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.