Zweitmeinung – Frage von Peapicker

Rückfrage von Peapicker (06.01.2017):

Hallo,

Ich habe nun vor wenigen Tagen eine Voruntersuchung zur Botoxbehandlung gehabt, wobei eine Blasenvermessung gemacht wurde.

Schon bei der Ankunft dort hab ich mich gleich sehr unwohl dort gefühlt.

Eine krankenschwester führte mich in den raum, bat mich sogleich mich untenrum frei zu machen einen Arzt hatte ich noch nicht zugesicht bekommen für ein entsprechendes Vorgespräch.

Diese kam erst als ich bereits auf dem Stuhl saß, alle meßgeräte bereits eingeführt usw…

Da ich nach mehreren Sa probleme habe mit der merkfähigkeit habe.. und ich vor 4 wochen wegen einer Ausschabung in derselben klinik lag, somit alle nötigen unterlagen bereits dort gespeichert vorlagen, stöhnte man dort, als ich nicht sofort alle medikamente sofort aufzählen konnte …ich verkrampfte immer mehr..später kam eine Oberärztin in den raum ..wäre am liebsten zu dem zeitpunkt gegangen..

Die messungen liefen nicht nach plan…zum schluss wurde ich gefragt ob es sein kann, dass ich mir das alles nur einbilde..bin dann nach dem anziehen sofort wortlos gegangen !

Nun meine frage , würde das ganze in einer klinik meines vertrauens wiederholen lassen, darf mein Urologe nun eine erneute Überweisung verweigern ?

Danke für ihre Hilfe.
Claudia

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe Claudia,

die Frage ist komplex. Der Urologe kann schlecht 2 x zur gleichen Untersuchung in einem Quartal überweisen – vielleicht hilft es, einfach bis zum nächsten Quartal zu warten und dann einen neuen Anlauf zu machen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage von Peapicker (12.10.2016):

Mein Urologe hat sich nun dazu durchgerungen, dass Botox nun die beste Lösung ist.

Sicherheitshalber hat er den Urin nochmal kontrolliert. Es hat sich erneut ein bakterieller Infekt gefunden,er hat deshalb die botox Behandlung vorerst abgelehnt.Infekte im Urin werden bei mir kontinuierlich festgestellt. Da ich auch bei einem Nephrologen in Behandlung bin wegen Nieren-Insuffizienz, wird auch dort Regelmäßig ein Infekt gefunden. Stört ein Infekt eine Botox Injektion?

Vielen Dank
Claudia

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe Claudia,

der Infekt ist in zweierlei Hinsicht problematisch – er stört die Botox-Therapie rein mechanisch, es könnte Fieber oder eine Verschlimmerung geben. Außerdem ist Botox eine Behandlung der „idiopathischen“ überaktiven Blase, d. h. der Überaktiven Blase, bei der man keine Ursache findet. Nun sind aber die Infekte eine mögliche Ursache für Ihre Beschwerden …

Man müsste vielleicht noch einmal bei Ihren Infekten ansetzen – Kulturen anlegen, antibiotisch hochdosiert und länger als üblich behandeln. Mit Botox einen floriden Harnwegsinfekt zu behandeln ist jedenfalls nicht sinnvoll.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage von Peapicker (16.9.2016):

Da bin ich wieder… Ich zuletzt mit mictonorm UNO 30 mg behandelt  jetzt merke ich das die Wirkung nachlässt…

Da ich ja nun insgesamt mit 3 verschiedenen Medikamenten, natürlich nacheinander behandelt wurde frag ich mich was jetzt noch geht…

Dieser ewige ungewollter Urin Verlust ist einfach nur lästig und unangenehm…

Da ich vor 3 Wochen bei meinem Urologen war, wurde dort erst einmal eine blauen Entzündung festgestellt , von der ich nichts bemerkt habe, kein brennen oder ähnliches beim Wasserlassen. Diese wurde dann mit Antibiotikum behandelt ..Das nachlassen der Wirkung von Mictonorm UNO hält nach wie vor an..Es kann doch nicht sein das nichts mehr hilft..

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Hallo Peapicker,

Wenn Medikamente gegen überaktive Blase in Tablettenform nicht helfen, ist „Botox“ der nächste Schritt.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

s. auch: Botox bei Überaktiver Blase

Rückfrage von Peapicker (20.10.2015):

Hallo,

Beim letzten mal wurde mir von Ihnen eine Behandlung der Blase mittels einer Botox Injektion in die Blase empfohlen. Nachdem mein Urologe das ablehnte und mir zunächst mictonorm UNO 30 mg verordnet hat, merke ich nun, dass die Wirkung bisher gut war, jetzt aber wieder deutlich abnimmt. Raten Sie mir, die Praxis zu wechseln, wenn er es nun weiterhin nach einem weiteren Gespräch ?

Oder soll ich einer weiteren medikamentösen Behandlung zustimmen ? Bin jetzt langsam ratlos ….

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Hallo Peapicker,

dass Ihr Medikament nicht mehr wirkt, kann viele Ursachen haben – z. B. kann es sein, dass man die Dosis erhöhen muss oder jetzt die Blase nicht mehr leer wird. Vielleicht ist auch ein Infekt hinzugekommen…. oder Sie brauchen nun wirklich Botox. Das müssen Untersuchungen ergeben.

Ich würde das Problem mit dem behandelnden Urologen besprechen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage von Peapicker (3.6.2015):

Hallo,

Leider möchte mein Urologe einen weiteren Versuch mit Medikamenten, er hat dazu nun nach trospi Kentera und Betmiga, mictonorm Uno 30 mg , verschrieben.

Soll ich auf ein weiteren Versuch eingehen oder darauf bestehen, mir in die Blase Botolinum Toxin spritzen zu lassen ?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Hallo Peapicker,

die Ausssichten, durch ein 4. Anticholinergikum (Blasendämpfungsmedikament) noch Erfolg zu haben, sind minimal. Wichtig ist, dass auch genug von den Medikamenten gegeben wurde – z. B. Trospium 45 mg ev. sogar 60 mg am Tag. Ich würde sonst mit Botulinum Toxin nicht lange warten.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage von Peapicker (16.5.2015):

Ich bedanke mich für Ihre bisherige Mühe. Ich habe meinen Termin beim Urologen am 27.5 werde das mit ihm besprechen falls er dieses ablehnt hoffe ich dass ich mich wieder an Sie wenden darf .

Vielen lieben Dank nochmals für Ihre bisherige Mühe. LG!

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Gerne – im Ernstfall bietet auch die Deutsche Kontinenzgesellschaft eine Liste von Beratungsstellen bzw. Kontinenz- und Beckenbodenzentren auf ihrer Homepage.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage von Peapicker (12.5.2015):

Danke für die schnelle Antwort :o)

Darf ich noch fragen wo wie ..wird das Injiziert ? Ist das schmerzhaft bzw auszuhalten ? Wird das in der Praxis gemacht ? Oder ambulant in einer Klinik ? Trägt die Kasse dafür die Kosten ? Sorry viele fragen ich weiß…

LG, Peapicker

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Botulinum Toxin wird im Rahmen einer Blasenspiegelung in Narkose injiziert – meistens stationär. Wir handhaben das so, dass der Patient 2 Tage bei uns bleibt. Theoretisch könnte es nachbluten; günstig ist es, für 1 – 2 Tage einen Katheter zu tragen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von Peapicker (11.5.2015):

Hallo

Ich bin seit einem Hirnschlag inkontinent. Wurde zunächst mit Trospi30 behandelt. Wirkung war klasse musste aber leider abgesetzt werden da die Nebenwirkung zu sehr auf die Augen ging.

Wurde dann länger mit Kentera Pflaster behandelt. Die Wirkung lies immer mehr nach.

Mein Urologe hat nun den Versuch mit Betmiga 50 mg gestartet. Nehme sie jetzt seit ca 20 Tagen, Wirkung gleich 0.

Wie soll es jetzt bloß weitergehen ?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe peapicker,

eine Lösung in Ihrer Situation wäre die Injektion von Botulinum Toxin – sehr sicher, sehr stark in der Wirkung, keine Augennebenwirkungen, keine Mundtrockenheit – allerdings hält die Wirkung nur rund 6 – 9 Monate an, dann müsste erneut injiziert werden.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2017-01-07T10:50:20+00:00 7. Januar 2017|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.