Überaktive Blase: Wie wirkt Entspannung?

Die Behandlung einer Überaktiven Blase, die häufiges und nötiges Wasserlassen am Tage und in der Nacht umfasst, das bis zu einem Urinverlust schon auf dem Weg zur Toilette reichen kann, besteht aus sog. verhaltensverändernden Maßnahmen und einer Medikamenten-Therapie.

Diese Medikamente wie Trospiumchlorid aus der Gruppe der Anticholinergika hemmen die Reizübertragung auf die Blase, so dass der Harndrang nicht so stark, so oft und so unvermittelt auftritt.

Verhaltensverändernde Maßnahmen zielen darauf ab, den bei einer langen Leidensgeschichte oftmals „krankhaften“ Lernprozess rund um den Harndrang zu durchbrechen. Oft führt der häufige Harndrang zu Toilettengängen „zur Vorsicht“, „damit nichts passiert“, obwohl nicht in jedem Fall unfreiwilliger Urinverlust auftreten würde.

Entspannungstechniken wie die progressive Muskelrelaxation, der bewusste „innere“ Themenwechsel weg vom Harndrang etwa durch Rückwärtszählen in siebener-Schritten oder Beten oder Singen sind je nach Vorliebe durchaus in der Lage, den Harndrang „zu verschieben“ und die Abstände zwischen den Toilettengängen wieder zu vergrößern.

Besonders effektiv sind diese Maßnahmen, wenn sie mit einer medikamentösen Therapie kombiniert werden. Untersuchungen zeigen, dass die Betroffenen solche verhaltensändernden Maßnahmen in über 50 % als „sehr effektiv“ beurteilen.

2016-12-10T12:47:40+00:0010. Dezember 2016|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.