Ich habe mich entschlossen, wegen meiner Blasenschwäche einen Arzt aufzusuchen. Welche Untersuchungen wird er durchführen?

Der erste Schritt für Sie ist entscheidend, einen Arzt des Vertrauens aufzusuchen, der sich dann der Problematik der Blasenschwäche annimmt. Das kann der Hausarzt, ein Urologe oder auch der Gynäkologe sein.

Im ersten Schritt der Untersuchungen zur Blasenschwäche (Harninkontinenz) geht es zunächst darum, alle Beschwerden und Begleitsymptome zu erfassen und den Zusammenhang der Blasenschwäche mit anderen bestehenden Erkrankungen zu finden. Der Arzt wird zunächst in einem einfühlsamen Gespräch alle Beschwerden bezüglich der Harninkontinenz und aller zusammenhängenden Funktionen wie Stuhlgang und auch Sexualität aufnehmen.

Die Erfassung von Begleiterkrankungen sowie eingenommener Medikamente gibt weitere Hinweise auf mögliche Ursachen der Blasenschwäche. Eine allgemeine körperliche Untersuchung und ggf. weitere gynäkologische oder urologische Untersuchungen können bereits erste Ergebnisse bringen. Die Untersuchung des Urins bzw. Blutuntersuchungen helfen auch weiter. Das Ausfüllen eines Miktionstagebuches gibt Aufschluss über das tägliche Trink- und Toilettenverhalten und kann wertvolle Informationen über mögliche Ursachen der Erkrankung erbringen. Häufig reichen diese Untersuchungen schon aus, um eine erste konservative Therapie einzuleiten.

Weiterführende Untersuchungen bei Blasenschwäche können dann zum Beispiel eine Blasenspiegelung oder eine urodynamische Blasendruckmessung sein, die aber immer individuell erst bei Erfordernis geplant werden.

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2017-10-02T14:31:03+00:00 16. September 2017|

Über den Autor:

PD Dr. Gert Naumann
Herr PD Dr. G. Naumann ist Chefarzt des Fachbereichs Frauenheilkunde und Geburtshilfe im HELIOS Klinikum Erfurt und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen.