Blase – Frage von Maria

Rückfrage von Maria (14.4.2015):

Bitte noch eine Rückfrage, hilft Cymbalta auch bei überaktiver Blase, wurde mir von einem Neurologen empfohlen?

Nochmals herzlichen Dank

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe Maria,

da irrt der Neurologe, Cymbalta hilft bei der sog. Belastungsinkontinenz (Inkontinenz bei Husten, Lachen, Niesen) …

Gruß,

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von Maria:

Meine Ärzte haben mir eine psychosomatische Reizblase diagnostiziert. Was ich nicht verstehe, meine Anfrage an Sie, Betmiga 50 mg hat bei mir gut gewirkt, d.h. ich hatte alle 3 Stunden Ruhe von Toilettensuchen, vertrage aber Betmiga nicht, somit nehme ich kein Medikament ein.

Wieso habe ich eine psychomatische Reizblase, wenn Betmiga bei mir Wirkung gezeigt hat? In der Urologischen Klinik und beim Facharzt Urologie wurde die Diagnose gestellt.

Was kann ich noch unternehmen, welche Therapie würden Sie mir vorschlagen? Sobald ich ein anderes gesundheitliches Problem habe, z.B. Schwindel, vergesse ich die Blase?

Furchtbar, trotzdem gesund????

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Maria,

vermutlich haben Sie den Begriff „psychosomatisch“ nicht richtig interpretiert. Es könnte so sein, dass man keine fassbare Ursache Ihrer Reizblasenbeschwerden (also keine Infektion, kein neurologisches Leiden, keinen Stein, keine Enge usw.) gefunden hat. Hier ist besser der Begriff „idiopathische“ Reizblase oder Überaktive Blase. Dann wird tatsächlich die Blase gedämpft – mit Medikamenten wie Betmiga.

„Psychosomatisch“ heißt also nicht „psychisch“ oder „verrückt“ – es handelt sich nur um eine Fehlsteuerung der Harnblase. Das „Vergessen“ des Harndranges macht man sich sogar in bestimmten Strategien zur „Verhaltensintervention“ zu Nutze: Vermeiden, die Toilette aufzusuchen, Zählen, Singen, Beten….

Wenn Sie Betmiga nicht vertragen, gibt es Alternativen – aus der Gruppe der sog. Antimuskarinika. Ist eine Therapie damit nicht möglich, oder wird sie nicht vertragen, kann Botulinum Toxin („Botox“) in die Blase injiziert werden.

Gruß,

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2015-04-14T11:32:08+00:00 14. April 2015|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.