Mundtrockenheit – Frage von Blase

Rückfrage 3 von Blase (3.9.2014):

Habe ich mit Betmiga 25mg, sofern es wirkt, weniger Mundtrockenheit?
Nehme bisher 50mg.
Sollte ich es versuchen?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Blase,
vermutlich ja – leider aber auch weniger Wirkung!

Gruß
Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage 2 von Blase (27.8.2014):

Welche Risiken bestehen einer Botox Behandlung?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Blase,

Botulinum Toxin wird bei einer Blasenspiegelung in Narkose in die Blasenwandung injiziert. Neben der geringen Gefahr der Auslösung einer Blutung und einer Infektion ist die einzig relevante Nebenwirkung das Hinausschießen über das Ziel: das Entstehen von Restharn. Dann müsste die Blase (vorübergehend) von außen entleert werden. Dies ist jedoch ein seltenes Geschehen – Botulinum Toxin ist hochwirksam und hat vor allem keine Nebenwirkungen, die Sie von anderen Medikamenten kennen. Die Wirkung hält in der Regel 6 – 9 Monate an, dann müsste die Behandlung wiederholt werden. In der Zwischenzeit ist jedoch keine Medikamenteneinnahme erforderlich.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage von Blase (26.8.2014):

Danke für Ihre Nachricht. Ich nehme kein weiteres Medikament ein, ich schlafe ein und nach 2 Stunden werde ich wegen Mundtrockenheit wach und dann alle weitere Stunden bis zum Morgen.

Ich habe gestern beschlossen, das Betmiga nicht mehr zu nehmen, nach einer halben Stunde kam der Gedanke oder wieder das alte Gefühl „du musst auf Toilette“ obwohl ich erst war. Wieso spielt im Kopf dieser ständige Harndrang so eine bedeutende Rolle. Aus Angst habe ich das Medikament wieder eingenommen und wie immer hatte ich tagsüber keine Dranggefühle.

Kann allein der Gedanke im Gehirn soviel über meine Blase bestimmen.

Was ist da dran? Nervliche Blase, die Nebenwirkungen sind sehr schwierig für mich.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Blase,

machen Sie sich keinen Kopf – nicht Sie haben einen „Tick“, ihre Blase ist das Problem. Und das ständige Kreisen um den Harndrang ist typisch für Ihre Krankheit. Wenn orale Medikamente nicht mehr gehen, wäre Botulinum-Toxin etwas für Sie. Am besten Sie sprechen Ihren behandelnden Arzt darauf an.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von Blase (24.8.2014):

Ich nehme das Medikament Betmiga 50mg

ich bekomme seit 5 Wochen Mundtrockenheit (nachts) und Verstopfung. Meine Frage, da ich das Medikament wegen Blasenschwäche dringend einnehme, hört die Mundtrockenheit nach längerer Zeit wieder auf? Gegen die Verstopfung nehme ich Mittel ein.

Danke für Ihre Nachricht.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Blase,

Mundtrockenheit bei Betmiga ist nach der Theorie sehr sehr selten, da das Medikament – nicht wie die bisherigen – nicht auf die Speicheldrüsen einwirkt. Nehmen Sie vielleicht für die Blase noch ein anderes Präparat ein oder Medikamente gegen Depressionen?

In aller Regel „reguliert“ sich die Mundtrockenheit nach ein paar Wochen, so zeigt die Erfahrung mit den bisher zur Verfügung stehenden Substanzen aus der Reihe der Anticholinergika.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2014-08-25T17:54:50+00:0025. August 2014|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.