Überaktive Blase – Frage von Belinda

Rückfrage von Belinda (13.7.2016):

Vielen Dank für Ihre Antwort, Herr Dr. Wiedemann!

Diese ganzen Untersuchungen hatte ich jetzt drei mal, da ist NIE etwas bei rumgekommen und deswegen nehme ich davon auch Abstand.

Vielleicht kann ich dann versuchen, dass ich selbst einmal die Dosis der Tabletten erhöhe….durch lesen hier auf der Website dachte ich, man müsse vielleicht bis zu 6 Wochen auch mit den Tabletten durchhalten um zu schauen, dass sie wirken. Das war jetzt meine Hoffnung.

Botox schön und gut, aber da ist man ja u. U. zwei mal im Jahr im Krankenhaus, jedes mal eine Narkose. Und bekam bei einer Bekannten mit, dass sie tagelang danach eine „tote“ Blase hatte.

Mit freundlichem Gruß Belinda

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe Belinda,

von einem Ändern der Dosis ohne Rücksprache mit einem Arzt ist dringend abzuraten. Ihre Befürchtungen hinsichtlich Botox sind unbegründet, es wird nicht die Blase abgetötet, sondern lediglich die Überaktivität gedämpft. Wenn Sie mit Vorurteilen herangehen, bringen Sie sich selbst um sehr erfolgversprechende Therapieoptionen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von Belinda:

Guten Tag,

seit gut 10 Jahren habe ich Probleme mit der Blase. Vor 9 Jahren Diagnose „überaktive Blase“, aber das Medikament mit Oxybutinin konnte ich überhaupt nicht vertragen, aber der Urologe meinte, da hätte ich dann eben Pech….jahrelang homöopathische Sachen versucht, Reizstromtherapie, Beckenbodentraining, Psychotherapie. Alles ohne Erfolg.

Letztes Jahr erneuter Besuch bei einer Urologin. Da bekam ich Spasmolyt 20 mg, das ich aber direkt nach einer Woche absetzen mußte, da laut Augenarzt es wg dem Augeninnendruck nicht geht. Augen sind wieder okay, nun habe ich mit Spasmolyt 20 mg wieder angefangen. Seit zwei Wochen morgens und abends eine Tablette. Dazu gab mir die Frauenärztin noch ein Östrogengel, sollte keine Tabletten nehmen…seit zwei Tagen nehme ich jetzt beides. Da ich immer lese, auch Tabletten brauchen ihre Zeit bis sie wirken. Die Apotheke sagt, dass sie nach einigen Tagen wirken.

Zum Urologen möchte ich nicht, weil da immer wieder mit allen Untersuchungen angefangen wird.. Nein danke, denn nach jeder Blasenspiegelung wurde es schlimmer und die Diagnose immer gleich.

So meine Frage: wie lange kann es denn dauern bis diese Art von Tabletten wirken? Sinnvoll diese mit dem Östrogengel zu kombinieren. Bin Anfang 50, weiblich, schlank, sportlich.

Freue mich über eine Antwort, denn ich bin mit meinem Latein am Ende, da ich eine Nacht mal mehrere Stunden hintereinander schlafen möchte. Fühle mich wie ein Zombie…

LG Belinda

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe Belinda,

die Wirkung von Spasmolyt müsste nach 1 – 2 Wochen spürbar sein. Abklärende Untersuchungen wie eine Spiegelung und eine Blasendruckmessung sind zu empfehlen, da dann ev. eine URSACHE gefunden wird.

Ihre Tabletten sollten gesteigert werden, da können bis zu 60 mg des Wirkstoffes verschrieben werden, ggf. noch mehr. Wenn – was selten ist – Tabletten wirklich nicht wirken, könnte Botox appliziert werden (dies wäre dann aber ein kleiner Eingriff).

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2016-07-12T14:55:53+00:00 12. Juli 2016|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.