2018 publizierten Augenärzte aus Atlanta, USA, erstmalig eine Beobachtung, in der sie die Frage aufwarfen, ob die Augenerkrankung „Pigmentäre Makulopathie“ in Verbindung mit der Erkrankung Interstitielle Zystitis oder mit der Gabe von Pentosanpolysulfat stehen könnte. Deshalb hier einige wissenswerte Hintergründe zu dieser Erkrankung.

Bei der „Makulopathie“ handelt es sich um eine Netzhauterkrankung im Bereich der sog. „Makula“, dem Fleck des schärfsten Sehens. Dieses Areal in der Netzhaut ist zwar verglichen mit der Größe der gesamten Netzhaut nur einige wenige Millimeter groß, sorgt aber für das Sehen von Einzelheiten und ist daher besonders wichtig.

Bei der Makulopathie kommt es aus bisher nicht geklärten Ursachen zur Einlagerung von Stoffwechselschlacken zwischen den Netzhautzellen und den sie ernährenden tiefer liegenden Schichten. Die Netzhautzellen sterben ab – Sehstörungen bis hin zur Erblindung sind möglich. Die Erkrankung tritt z. B. bei Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen, Störungen des Immunsystems, fehlerhafter Ernährung, Vitaminunterversorgung oder auch bestimmten Stoffwechselstörungen auf. Von der Makulopathie, die eine der häufigsten Netzhauterkrankungen überhaupt darstellt, sind in Deutschland rund 4,6 Millionen Menschen betroffen – rund 300.000 kommen jedes Jahr hinzu.

Makulopathie in der Augenhintergrundspiegelung des Augenarztes in verschiedenen Techniken. Der Fleck des schärfsten Sehens, die Makula ist (obere Bildreihe) der etwas dunklere Bezirk links neben dem Sehnerv (hell dargestellt). Bei der Makulopathie kommt es zur Einlagerung von Stoffwechselschlacken („Drusen“), die zu Ernährungsstörungen der Netzhaut führen (helle Flecken in der mittleren und unteren Bildreihe), nach Pearce WA, Ophtalmology 125 (2018): 1793

Die Pigmentäre Makulopathie, die deutlich seltener auftritt als die beschriebene altersbedingte Makulopathie, kann bei der Augenhintergrunduntersuchung durch eine dunkle Pigmentierung und einen Rückgang des Retinaepithels erkannt werden. Wie bei allen Formen der Makulopathien beeinträchtigt die Pigmentäre Makulopathie das Sehvermögen, insbesondere die Anpassung des Auges im Dunklen. Typische Symptome sind deshalb Leseschwierigkeiten und eine verzögerte Anpassung an sich ändernde, dunkle oder schlechte Lichtverhältnisse.

Die Anzahl der Augenerkrankungen nimmt ab dem 40. Lebensjahr zu, so dass ab diesem Alter eine regelmäßige Augenuntersuchung sinnvoll ist.  Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollte für Sie die regelmäßige Kontrolle der Augen einmal pro Jahr zum Routineprogramm gehören, um beispielsweise eine beginnende altersbedingte Makulopathie frühzeitig zu erkennen.