Mein Urologe bietet mir „Chondroitin“-Blasenspülungen an – was bewirken diese und was ist davon zu halten?

Beim Chondroitin handelt es sich um ein Medikament, das in die Blase im Wochenrhythmus eingeführt wird. Die Flüssigkeit soll sich der Blasenwand anlagern und sie vor Säure-Ionen isolieren (Einsatz bei interstitieller Zystitis), vor Bakterien schützen (Einsatz bei chronischer Blasenentzündung), oder die geschundene Schleimhaut reparieren (z. B. nach Bestrahlung).

Schon die verschiedenen „Indikationen“ zeigen, dass es sich lediglich um ein Medizinprodukt, nicht aber um ein Medikament im eigentlichen Sinne handelt. Die Datenlage zu den Präparaten aus dieser Gruppe ist schlecht – es werden immer nur „Fallserien“ beschrieben – Studien, in denen gegen „Plazebo“, also „Scheinmedikament“ getestet werden, zeigen keinen über Plazebo hinausgehenden Effekt. So übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht.

Eine „Kur“ mit 8 „Spülungen“ im Wochenrhythmus kostet somit rund 500 Euro zuzüglich der Kosten für die Medikamentengabe durch den Urologen.

Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure und andere Medizinprodukte sollen die Glycosaminoglycanschicht (GAG-Schicht) der Blase restituieren und damit die Blasenwand vor schädlichen Einflüssen schützen.