Warum sollte man bei Blasenschwäche ausreichend trinken? Verschlimmert das die Sache nicht?

Zu Dursten ist ein weit verbreiteter Reflex bei Harninkontinenz: „Was ich nicht trinke, kann ich auch nicht verlieren“ – so die landläufige Ansicht. Dies ist jedoch aus vielen Gründen nicht ratsam. So braucht der Körper Flüssigkeit, unter den Bedingungen einer „Austrocknung“ funktionieren viele Körperfunktionen nicht: Die Nierenfunktion und damit die Entgiftung des Körpers ist schlechter, die Konzentration lässt nach, die Körpersalze geraten durcheinander und: der Harndrang wird relativ stärker.

Weil ein konzentrierter, stark elektrolythaltiger Urin die Blasenwand mehr reizt, verursachen hier auch schon kleine Urinmengen mehr Harndrang, so dass Dursten gerade eine Überaktive Blase verschlimmert. Bei Blasenschwäche ist eine „normale“ Trinkmenge von 1,5 – 2 Litern ratsam, von denen noch rund 500 ml über Stuhl und Schweiß sowie Atemluft ausgeschieden werden. Wichtig auch: es ist nicht egal, welche Getränke konsumiert werden. Harntreibende Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola bzw. energy drinks fördern eine Harnflut und damit den Harndrang. Für Kaffee gilt: 2 Tassen am Tag (oder 3 Tassen Tee) sind genug!

2016-08-22T20:08:02+00:0022. August 2016|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.