Untersuchung der Samenflüssigkeit bei chronischer Prostatitis

Ich, 43, männlich, habe eine chronische Prostataentzündung. Nun soll ich Samenflüssigkeit für eine Untersuchung abgeben. Wozu ist das sinnvoll?

Bei einer chronischen Prostataentzündung (Prostatitis) ist der Erreger schwer und schon gar nicht im Urin nachweisbar. Wenn überhaupt kommt er in der Samenflüssigkeit vor – auch die mikroskopische Samenuntersuchung wie bei einem Fruchtbarkeitstest liefert z. B. durch die Menge an enthaltenen weißen Blutkörperchen Hinweise auf eine Entzündung.

Alternativ kann auch eine sog. 3-Gläser-Probe helfen. Der Urin wird in 3 Portionen aufgefangen:

  1. die erste Portion des Strahls aus der Harnröhre
  2. die nächste Portion aus der Blase
  3. nach Prostata-„Massage“ (rektaler Untersuchung) die letzte Portion zusammen mit Prostatasekret, das durch den Druck auf die Prostata in die Harnröhre gebracht wurde.

Die unterschiedliche Menge an Bakterien und weißen Blutkörperchen lässt Rückschlüsse auf den Ort des Geschehens zu.

2019-01-03T19:53:04+00:003. Januar 2019|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.