überaktive Blase OP? – Frage von Mausi

Rückfrage von Mausi (15.12.2014):

Hallo,

haben Sie schon mal erlebt, daß nach einer Operation mit CESA / VASA, sich die Probleme verschlimmert haben?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Mausi!

Ich könnte es mir einfach machen: JA!

Leider ist es so, dass die „Überaktive Blase“ einen Blumenstrauß von Ursachen haben kann: Infekte, Engen, Störungen der „Biochemie“ des Blasenmuskels (das ist sehr kompliziert), neurologische Erkrankungen, Medikamente, und – gelegentlich auch eine Senkung.

Die Befürworter der Vasa-Cesa-Operation erwecken manchmal den Eindruck, dass jede Überaktive Blase NUR durch eine Senkung bzw. ein Erschlaffen bestimmter Bänder zustande kommt und wecken dann Hoffnungen, die sich hinterher nicht erfüllen.

Es ist empfehlenswert, dass Sie sich erneut untersuchen und behandeln lassen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von Mausi (12.12.2014):

Hallo,

ich leide schon länger an einer Mischinkontinenz und mir wurde im September ein Blasenbändchen gesetzt. Nun wurde die Problematik verschlimmert und ich nässe mich immer öfter ein, sogar nachts. Da ich schon eine ganze Menge anderer Medikamente nehmen muss und ich die Medikamente für die Blase nicht vertrage, würde ich mich am liebsten operieren lassen, aber mein Urologe sagte mir heute, das kann durch eine Blasen OP noch schlimmer werden.

Jetzt meine Frage: Gibt es jemanden der sich die Blase aus oben genannte Gründen hat operieren lassen und wie sind die Erfolge?

Für Antworten wäre ich wirklich sehr dankbar, da ich im Moment ziemlich verzweifelt bin.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Mausi,

dass sich bei einer Mischinkontinenz nach Operation die Überaktive Blase verschlimmert, ist ein bekanntes Phänomen, da sind Sie nicht allein. Zunächst müsste genau festgestellt und gemessen werden, warum sie nun Urin verlieren (ist es wirklich eine Überaktive Blase? Besteht die Belastungsinkontinenz weiter?).

Delikat dabei: das „Bändchen“ muss korrekt sitzen – wenn es z. B. zu eng an der Harnröhre liegt, kann es schuld an der Misere sein. Dies kann man durch einen vaginalen Ultraschall feststellen, auch müsste eine neue Urodynamik gemacht werden (Blasendruckmessung). Eine erneute Operation, etwa ein neues Bändchen ist sicher nicht der richtige Weg.

Fazit: Ihr Fall ist komplex und muss wahrscheinlich doch am ehesten mit Medikamenten behandelt werden. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe ein Beckenbodenzentrum?

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2014-12-13T15:04:30+00:0013. Dezember 2014|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.