Reizblase – Frage von 01081974

Rückfrage von 01081974 (21.2.2017):

Vielen Dank Herr PD Dr. Wiedemann für Ihre Antwort.

Hier noch folgende Angaben von mir :
Ich bin 42 Jahre alt.
Mein PSA Wert liegt bei 0,48 ne/ml.
Der Wert des CRP i.S liegt bei 2,06 mg/dl.

Bei der rektalen Untersuchung und des rektalen Ultraschall sagte der Arzt die Prostata währe ein wenig vergrössert. Darauf hin veschrieb er mir Tamsulosin. Dies nehme ich schon eine Woche, merke aber keine Besserung.

Der Harndrang ist bei mir am größten, wenn ich auf Toilette war. Ist die Blase ein gewisses Maß gefüllt, empfinde ich auch den Harndrang als nicht so stark.

Das Ejakulat lässt sich meiner Meinung nach nicht untersuchen, da ich als Nebenwirkung des Tamsulin wahrscheinlich eine Anejakulation habe.

Ansonsten nehme ich noch Sevikar gegen hohen Blutdruck. Dies aber schon mehrere Jahre ohne Nebenwirkungen wie erhöhten Harndrang.

Ich hoffe ich konnte mit diesen Angaben meine Frage genauer spezifizieren.

Ich weiß wirklich nicht mehr weiter.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Lieber 01081974,

aus meiner Sicht bleibt es bei meinen Empfehlungen – für die Ejakulat-Untersuchung könnte man das Tamsulosin vorübergehend absetzen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von 01081974:

Ich leide seit 5 Wochen unter ständigem Harndrang. Angefangen hat es auf der Arbeit als ich kalt hatte.

Besuch beim Urologen ergab keine Blasenentzündung (Urin war ohne Nachweis von Bakterien, Blutbild war in Ordnung) Das Röntgen von Blase und Niere mit Kontrastmittel war auch ohne Befund. Verschiedene Anticholinergika brachten auch keine Besserung.

Daher überwies mein Hausarzt mich zu einem anderen Urologen.

Dieser sagte nach der Untersuchung ich hätte eine leicht vergrößerte Prostata, er glaubt aber nicht, dass dies der Grund für den Harndrang sei. Er verschrieb mir trotzdem Tamsulosin. Dies hilft mir jedoch jetzt nach 5 Tagen noch nicht.

Eine orthopädische Untersuchung schließt einen Bandscheibenvorfall aus.

Jetzt soll noch ein CT gemacht werden, um Harnsteine auszuschliessen.

Am meisten Probleme habe ich direkt nach dem Toilettenbesuch. Wenn die Blase eine gewisse Füllmenge hat, ist es leichter auszuhalten.

Könnte es auch eine Prostataentzündung sein?

Was soll ich noch tun? Ich weiss nicht mehr weiter.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrter Herr …,

der akute Beschwerdebeginn deutet – vor allem, wenn Sie jünger sind – tatsächlich auf eine Prostatitis (Prostataentzündung) hin. Das Problem hier: die Keime sitzen nicht in den „Harnwegen“, sind also auch meist nicht im Urin aufzuspüren. Es müsste Ejakulat untersucht werden, atypische Bakterien müssten im Harnröhrenabstrich ausgeschlossen werden. Sinnvoll wäre auch, den PSA-Wert und das CRP (Tumormarker und Entzündungswert, die hier Auskunft über eine Prostataentzündung geben) zusätzlich zum Blutbild zu untersuchen. Weitere Hinweise ergeben sich durch die rektale Untersuchung und den rektalen Ultraschall.

Wenn das „normale“ Röntgen unauffällig war, erhoffe ich mir von dem CT auch keine zusätzlichen Informationen.

Notfalls kann man auch „ex iuvantibus“ ungezielt antibiotisch behandeln.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2017-02-21T14:07:16+00:0021. Februar 2017|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.