Nach meiner Prostata-Operation bin ich inkontinent. Was kann ich tun? Bleiben nur noch die Windeln?

Nach einer Prostata-Operation (meistens ist es die radikale Entfernung der Prostata) sind Inkontinenzbeschwerden anfänglich sogar typisch. Der Blasenausgang als so genannter innerer Schließmuskel wurde entfernt, der Beckenboden („äußerer Schließmuskel“) ist anfangs überlastet.

Es muss trainiert werden, dieses geschieht meistens durch eine gezielte Physiotherapie. Ist hierdurch eine Besserung zu erreichen, gibt es ein für Frauen zugelassenes Medikament (Duloxetin), das in Einzelfällen auch von der Krankenkasse für Männer übernommen wird.

In einem weiteren Schritt kommen operative Maßnahmen wie die so genannte Sphinkterunterspritzung oder die Implantation eines künstlichen Schließmuskels in Frage.

Zumeist lässt sich jedoch durch intensives Schließmuskeltraining eine deutliche Besserung erreichen.

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2018-07-29T15:32:39+00:0029. Juli 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.