Harndrang – Frage von Fritz

Guten Tag Herr Dr. Wiedemann.

Ich bin vor einem Jahr an einer vergrößerten Prostata operiert worden. Seit dieser Zeit leide ich unter einer Reizblase. Das bedeutet, das ich nachts ca. 7 mal und über Tag fast jede Stunde Wasser lassen muß. Alle Medikamente die ich bisher genommen habe, haben keine Wirkung gebracht.

Jetzt habe ich im Internet von – Betmiga- gelesen. Die Bewertung der Personen die dieses Medikament nehmen sind sehr positiv.
Was halten Sie davon? Würde mich sehr über Meinung dazu freuen.

Antwort von Prof. Wiedemann:

Lieber Fritz,

dass Sie eine Reizblase nach Prostataoperation haben, kann mehrere Gründe haben:

  1. die Reizblase bestand schon vor der Operation,
  2. sie ist noch nicht zur Ruhe gekommen,
  3. oder ein Abflusshindernis (Prostatareste, Harnröhrenenge) simuliert die Reizblase.

Ich würde als Ihr Urologe folgende Fragen erforschen:

  1. Liegt ein Abflusshindernis vor (z. B. Spiegelung)?
  2. Liegt wirklich eine Reizblase vor (z. B. urodynamische Messung)?
  3. Waren die bisherigen Medikamente hoch genug dosiert?
  4. Ggf. Betmiga (ist wirksam, macht aber Blutdruckprobleme),
  5. ggf. Botulinum-Toxin-Injektion in die Blase.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2018-09-06T19:40:40+00:006. September 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.