Frage von Sunfeeling

Hallo,

es geht um meinen Sohn ( 2Jahre )er hat von seinem 2.Lebenstag Bauchfelldialyse gemacht (Grunderkrankung ARPKD) wegen von Nephrektomie beidseits (innerhalb der 1.Lebenswoche).V or 15 Monaten wurde er Nierentransplantiert….bis dahin hatte er überhaupt keine Urinausscheidung also inaktive Harnblase….4 Monate nach er NTX hatte er postoperativen akuten Harnverhalt (zuvor keine Probleme gehabt) nach fast 10 Std. wurde ihm ein Blasenkatheter gelegt und es sind 200ml Urin spontan abgelaufen. Im Ultraschall durch Nephrologen und auch Urologen kein Harnaufstau in die Niere. Von TX an sind stetig seine Nierenwerte weiter angestiegen weshalb nach 6 Monaten (April 2017) Ursachenforschung betrieben wurde – MCU: Reflux 4.Grades, daraufhin hiess es der Harnleiter muss neu eingepflanzt (getunnelt) werden …auf den MCU Bildern waren kleine Aufdehnungen in der Blasenwand zu sehen…können diese von der sehr stark gefüllten Blase während des Harnverhaltes entstanden sein???

Ein paar Tage nach der MCU wurde eine Nierenszintigraphie(unter sedierung) durchgeführt wo lauf Befund ein verlangsamter Harnabfluss aus der Niere aufgefallen ist…mein Sohn hatte wegen der geplanten Sedierung 4 stunden keine flüssigkeit (oral) zu sich genommen und eine Infusion hat er auch nicht erhalten….könnte dadurch der verlangsamte Harnabfluss aus der Niere entstanden sein???

Man hat meinem Sohn dann einen Blasenkatheter gelegt – Verdacht auf Blasenentleerungsstörung – der 6Wochen belassen wurde(einmal wechsel bei Nierenbeckenentzündung)es veränderten sich aber die Nierenwerte nicht sondern sind eher weiter angestiegen…eine Blasenentleerungsstörung wurde somit als Ursache der ansteigenden Nierenwerte ausgeschlossen.
Mein Sohn hatte im November 2017 einen Harnwegsinfekt und dann Weihnachten 2017die 2.Nierenbeckenentzündung welche diesmal konsequent 1Woche mit Antibiotikum iv(nach Antibiogramm)behandelt wurde und das Kreatinin ist von 1,1mg/dl (monatelang von 0,4-1,1 angestiegen)auf 0,77 gesunken und auch eine Woche nach der Entlassung noch bei 0,75mg/dl. Am Montag(15.01.17)wurde ich von unserem TX Zentrum angerufen das sie bei meiem Sohn nicht die Antirefluxplastik machen wollen da er schon eine Nierenfunktionseinschränkung hat und bei der OP eine Stenose in den Harnleiter „operiert“wird und die Nierenfunktion sich dadurch noch mehr verschlechtern wird …deshalb wollen sie eine Vesikostomie machen. Ich bin total geschockt denn das ist ja schon eine operation die nicht rückgängig zu machen ist(soweit ich das verstanden habe….es wurde auch von Blase übernähen und Katheterisierenwenn mein Sohn älter ist gesprochen), zudem verstehe ich nicht warum man die Blase operieren will wenn doch der Reflux durch den nicht getunnelt eingenähten Harnleiter entsteht und vorallem das man es anhand von Untersuchungsergebnissen von vor fast1 Jahr entscheidet….ich habe nun auf ein wiederholen der MCU gedrängt!

warum ich Ihnen diesen langen Text schreibe? Ich hoffe sie können mir meine Fragen beantworten, eine andere Option vorschlagen oder mir eine Anlaufstelle empfehlen können die sich mit der Problematik auskennt und eben auch Erfahrung mit Nierentransplantierten Kindern hat.

Liebe Grüsse und vielen dank fürs lesen

Antwort von Prof. Dr. Wiedemann:

Liebe Sunfeeling,

Ihre Anfrage ist in der Tat sehr komplex und enthält viele Aspekte.

Ein 4.gradiger Reflux sollte lt. Lehrbuch tatsächlich bei Infekten und zum Schutz der Nierenfunktion korrigiert werden. Crux ist tatsächlich, dass bei einer vorliegenden Niereninsuffizienz die Gefahr besteht, dass der Abfluss tatsächlich schlechter wird. Auch der Befund einer Stenose + Reflux ist möglich – wenn ein Teil des Harnleiters starr geworden ist.

Dies ist aber alles spekulativ und ohne Kenntnis der Bilder und der Befunde im Einzelnen nicht zu beantworten. Sie sollten sich an eine Kinderurologie(chirurgie) mit Transplantationszentrum wenden (Uni-Klinik am ehesten).

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2018-01-21T20:50:04+00:0021. Januar 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.