Ich soll elmiron verschrieben bekommen. Was ist das?

Elmiron ist Pentosanpolysulfat. Es ist zugelassen für bestimmte Formen der sog. Interstitiellen Zystitis (auch: Blasenschmerzsyndrom). Das ist eine letztlich noch ungeklärte Erkrankung der Blase, die mit Blasen- bzw. Beckenschmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen einhergeht.

Die gängigste Entstehungstheorie ist, dass es sich um einen Defekt der die Blasenwand isolierenden „Schleimschicht“ auf der Innenseite handelt. Ist diese defekt, können Nahrungsbestandteile, Kalium- oder Wasserstoffionen oder Gewürzreste in die Blasenwand „sickern“ und dort eine nicht-bakterielle Entzündung hervorrufen.

Pentosanpolysulfat wird über den Urin ausgeschieden, lagert sich an die Innenseite der Blasenwand an und „repariert“ diese. Wichtig ist, dass nach „Abdichtung“ der Blase die Beschwerden nicht sofort verschwinden, sondern die Blase erst zur Ruhe kommen muss. Deswegen sollen alle weiteren Therapiemaßnahmen wie Schmerzmittel, deren Wirkung verstärkende Antidepressiva, Blasendehnungen usw. fortgeführt werden. Erst nach 6 Monaten kann entschieden werden, ob die Therapie mit Pentosan fortgeführt werden sollte.

Pentosanpolysufat (PPS, Elmiron®) wird über den Urin ausgeschieden und lagert sich an die Innenseite der Blase an. Ist die Schutzschicht der Blasenschleimhaut (rechts gestrichelt dargestellt) defekt, können sonst Urinbestandteile die Blasenwand reizen – es entsteht eine „Interstitielle Zystitis“.

2018-12-08T17:55:03+00:006. Dezember 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.