Ich nehme seit einigen Monaten elmiron wegen einer interstitiellen Zystitis und soll zum Augenarzt. Was ist der Hintergrund?

Antwort von Prof. Wiedemann:

Liebe Sarah,

der Hintergrund für die augenärztliche Untersuchung unter elmiron ist, dass amerikanische Augenärzte über einen möglichen Zusammenhang zwischen der jahrzehntelangen und hochdosierten Therapie mit elmiron und der sog. „Pigmentären Makulopathie“ bei 14 Patienten berichtet hatten. Obwohl bisher wissenschaftlich noch nicht geklärt ist, ob es sich um einen Zufall oder einen ursächlichen Zusammenhang handelt, empfiehlt der Hersteller aus Sicherheitsgründen eine regelmäßige Augenuntersuchung, um bei Auftreten von Anzeichen für eine Makulopathie reagieren zu können, ehe Sehstörungen auftreten. Unabhängig davon lautet die Empfehlung, bei einer Verschlechterung des Sehens oder unklaren Sehstörungen unverzüglich einen Augenarzt aufzusuchen und auf die Einnahme von elmiron hinzuweisen.

Da die Anzahl der Augenerkrankungen im Allgemeinen ab dem 40. Lebensjahr zunimmt, ist ab diesem Alter eine regelmäßige Augenuntersuchung sinnvoll.  Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollte die regelmäßige Kontrolle der Augen einmal pro Jahr zum Routineprogramm gehören, um beispielsweise eine beginnende altersbedingte Makulopathie frühzeitig erkennen zu können.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH