Rückfrage:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Wiedemann, ich wende mich ein weiteres Mal an Sie, da mein Termin zur Nachuntersuchung wegen der Mykoplasmen doch eher ernüchternd war und einige Fragen aufwirft : Morgen ist es drei Wochen her, dass ich die Doxycyclineinnahme beendet habe und noch immer habe ich Beschwerden in Form von unangenehmen Brennen, häufigem Harndrang und Druckgefühl. Die Urologin nahm mir beim Folgetermin erneut Katheterurin ab ( es wurde weder beim ersten noch beim jetzigen Termin ein Abstrich gemacht ) und meinte, wenn sie sich zwei Tage später bei mir nicht gemeldet hat, wären keine Mykoplasmen mehr vorhanden und mein Partner, der mit zum Termin war ( es wurden keinerlei Proben von ihm genommen, sondern lediglich ein Rezept für ebenfalls Doxycyclin 200 für zehn Tage ausgestellt) könne sein Rezept einlösen und mit der Antibiotikumeinnahme beginnen. Sie hat sich nicht gemeldet, sodass ich nun davon ausgehen darf, dass Nichts mehr vorhanden ist. Sie wirkte auch recht kurz gehalten und abweisend, nachdem ich gesagt habe, dass ich mir über die von ihr genannten Nachsorgeoptionen erst einmal Gedanken machen möchte, bevor ich mich für etwas entscheide. Die Erste genannte, allerdings gleich als nicht optimal, aber eben Kassenleistung Option war, die restlichen Tabletten aus der 50er Packung Nitrofurantoin noch vorhandenen täglich einmal abends genommen. Die Zweite war zehn Tage hintereinander Kochsalzlösung mit einem Antibiotikum direkt in die Blase gegeben. Kostenpunkt etwa 180 – 190 € und die Dritte dann Instillationen, ebenfalls in die Blase gegeben, Kostenpunkt pro Behandlung etwa 80-90 Euro, wobei sie meinte, man solle erst Option zwei wählen und im Anschluss direkt Option drei, wobei sie keine Garantie geben kann, dass es etwas bringt und wie viele ich von den teureren Installationen benötigte, könne sie auch nicht sagen, das müsste man sehen. Das klang für mich wenig überzeugend und als mein Partner dann anmerkte, dass man dem Ganzen vielleicht ein wenig Zeit zum Heilen geben sollte und dann entscheidet, ob und was gemacht wird, war der Termin für sie dann quasi beendet. Auf meine Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, auch für meinen Partner nach den zehn Tagen Doxy einen Nachuntersuchungstermin zu vereinbaren, entgegnete sie, dass das nicht nötig wäre, denn wenn die Mykoplasmen bei mir weg wären, wäre es bei ihm auch so, zumal er ja keinerlei Beschwerden hatte und hat. Nun stellt sich mir die Frage, ob es Sinn macht, ggf. im Rahmen einer Zweitmeinung nicht doch mal eine Urinkultur und/oder einen Abstrich oder gar ein Spermiogramm zu machen ( nach Ende der Einnahme vom Doxycyclin und entsprechender Pause ), denn ich habe Sorge, dass da evtl doch etwas vorhanden sein könnte, denn meine Beschwerden tauchten ja quasi mit meinem neuen Partner auf, wobei mir egal ist, wer jetzt nun wen angesteckt hat, ich möchte einfach nur, dass dieser Teufelskreis ein Ende hat und hoffe, Sie haben einen weiteren Rat für mich.

Antwort von Prof. Wiedemann:

Hallo,

Sie bringen mich in eine schwierige Lage. Ich kann und will nicht die Therapie eines/einer Kollegen/in beurteilen, und ich kann auch nicht per Mail therapieren. Es gilt nach wie vor das Gesagte. Mykoplasmen aus dem Urin anzuzüchten, ist nicht so sensitiv wie ein PCR-Abstrich – der auch andere, nicht im Urin nachweisbare Erreger zu Tage führen würde. Ein Antibiotikum als Selbstzahlerleistung in die Blase zu geben, ist – sagen wir es so – ungewöhnlich.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Wiedemann,

nun habe ich leider doch noch eine Rückfrage bzgl. meiner Beschwerden :

Aufgrund der festgestellten Mykoplasmen wurde mir ja Doxycyclin 200  für zehn verordnet. Heute ist Tag 8,sodass ich diese noch bis Freitag nehme. Leider sind die Beschwerden (brennen, häufiger Harndrang, Unterleibschmerzen) immer noch da. Zusätzlich hat mir meine Gynäkologin Oekolp 0,5 mg verordnet. Die soll ich wie folgt nehmen : 1 Woche 3x, 2. Woche 2x und ab 3. Woche 1x pro Woche. Diese nehme ich seit letzter Woche Montag und irgendwie merke ich da auch nicht unbedingt einen Unterschied. Ich wäre Ihnen für einen erneuten Rat sehr dankbar, was ich tun kann ich tun, da ich mittlerweile einfach nicht mehr kann ! Leider ist die Urologin diese und nächste Woche noch im Urlaub, so dass ich dort nicht nachfragen kann.

Antwort von Prof. Wiedemann:

Aus meiner Sicht alles richtig – bitte Geduld und nach Pause neuer Abstrich…

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Wiedemann,

ich empfand Ihre Empfehlungen und Hinweise keinesfalls als Einmischung sondern als wertvolle Hinweise !

Da mir die Praxis wieder nur aufgrund der Urinbecherprobe und des Nachweises von E Coli’s ein weiteres Antibiotikum geben wollte, habe ich eine andere urologische Praxis aufgesucht und hier wurde ( seit Novemver 2020 !!! ) zum ersten Mal hinterfragt und genau analysiert. Es wurde auch nicht nur eine Becherprobe genommen sondern auch Katheterurin und eine spezielle Kultur ( Bakteriennachweis; aufwendige Züchtung ( diverse Agars, je Nährmedium (Mycoplasmen) sowie ein Ligandenassay zum Nachweis von Parasitenantigenen angelegt. Reine IGeL Leistung, aber das war mir egal.

Da Nitrit festgestellt wurde und ich so starke Schmerzen hatte, bekam ich gleich ein Rezept für Nitrofurantoin 1-1-1 mit.

Heute war ich erneut in der Praxis und das Ergebnis des Katheterurins sah wie folgt aus : K-Urin : pH 5 Nitrit+ L+ Kulturen : E. coli Mykoplasmen: positiv Trichomonaden : negativ.

Sie lagen also mit Ihrer Einschätzung goldrichtig !

Nun nehme ich das Nitrofurantoin für sieben Tage drei Mal täglich und im Anschluss für 10 Tage Doxycyclin 200 mg einmal täglich und ich hoffe WIRKLICH,dass dieser Alptraum dann ENDLICH ein Ende hat ( Partner wird mitbehandelt und es ist eine Nachuntersuchung vereinbart ) !

Vielen, herzlichen Dank für Ihre wertvollen Tipps und Hinweise !

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Völligverzweifelt

Antwort von Prof. Wiedemann:

Super, freut mich!

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Rückfrage:

Sehr geehrter Prof. Dr. med. Wiedemann,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort !

Das ist ja das,was ich sage : Es werden lediglich die Symptome, aber Nie die Ursache behandelt.

Gerade komme ich vom Urologen zurück.  Es wurde eine Urinprobe abgegeben und ich soll mich am Donnerstag melden, damit ich mir, vermutlich wie immer, ein Antibiotikum abholen kann. Das Betmiga soll ich weiternehmen und für die Schmerzen Ibu nehmen und viel trinken.

Es wurden mehrfach Kulturen angelegt, mit dem Ergebnis, dass immer E-Colibakterien nachgewiesen wurden. Unter Anderem deswegen hält der Urologe eine Partnermitbehandlung/-testung für obsolet.

Ein Chlamydientest,auf den ich bestanden und dementsprechend natürlich auch privat bezahlt habe,war negativ. Im Rahmen der Vorsorge wurden lediglich HPV Viren nachgewiesen. In einem halben Jahr soll eine Kontrolluntersuchung stattfinden.

Die Anregung bzw den Hinweis auf eine eventuell vorliegende Harnröhrenentzündung finde ich sehr interessant.

Es ist nämlich so,dass ich ein permanentes brennen ,welches mal stärker ( fühlt sich teilweise wie regelrechte Krämpfe an ) und mal weniger ausgeprägt ist,verspüre ( trotz Antibiotikum).Man kann also sagen,dass seit November 2020 quasi Dauerbeschwerden vorliegen,die seitdem auch Nie ganz weg waren.

Ich bin in Behandlung bei einer Osteopathin und nach den Behandlungen lässt das Druckgefühl,welches ich verspüre, kurzzeitig nach.

Im Januar 2020 hatte ich eine Unterleibs-OP,wo mir eine Ovarialzyste sowie Endometrioseherde entfernt wurden. Im Rahmen eines MRT, welches aufgrund von Schmerzen in der LWS durchgeführt wurde,wurden im Juli per Nebenbefund Zysten an beiden Ovarien,eine mit einer Größe von 2 cm, festgestellt.

Macht hier eventuell auch eine Hormonbestimmung Sinn ? Ich bin 44,fast 45 und leide auch verstärkt unter nächtlichem Schwitzen.

Das ist Alles sehr unbefriedigend und auch belastend, von daher bin ich für jede Hilfe und Anregung dankbar !

Antwort von Prof. Wiedemann:

Hallo,

dann möchte ich mich auch nicht wieder einmischen.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ich bin mittlerweile völlig verzweifelt : Seit November 2020 habe ich immer wieder Blasenentzündungen, die mit Antibiotika behandelt wurden ( unter Anderem nahm ich acht Wochen Nitrofurantoin ). Auch die Strovac Impfung half nicht. Sämtliche Versuche mit D-Mannose und der kompletten Range an pflanzlichen Mitteln haben Nichts gebracht. Ich wurde in der Urogynäkologischen Sprechstunde vorstellig, ohne Befund, es wurde eine Blasenspiegelung gemacht, auch ohne auffälligen Befund ( leichte Entzündungsränder, lt Urologen vermutlich Reste der vorausgegangenen Entzündungen ). Da ich einen permanenten Harndrang ( auch Nachts ) verspüre, geht der Urologe davon aus, dass meine überaktive Blase die Entstehung der Blasenentzündungen fördert und gab mir ein Rezept für Betmiga ( Spasmex hatte ich schon, ohne Wirkung ) und empfahl die Einnahme von drei Mal täglich Methionin. Nun habe ich wieder starke Schmerzen und Nitrit im Urin ( Selbsttest ). Da ich gelesen habe, dass Harnwegsinfekte eine Nebenwirkung des Betmiga sein können, bin ich mir unsicher, ob ich es weiter nehmen soll. Was würden Sie mir raten und was kann man an ggf. weiteren Untersuchungen machen, da hier stets die Symptome, aber nie die Ursache therapiert wird. Macht eine Untersuchung des Partners Sinn, da auffällig ist, dass die Entzündungen immer nach dem Sex auftreten?

Antwort von Prof. Wiedemann:

Hallo,

das mit Betmiga und den Harnwegsinfektionen ist ein Ammenmärchen und Effekt von Studien – Betmiga MACHT sicher keine Entzündungen.

Man müsste noch einmal nach Entzündungsursachen suchen (z. B. per Introitussonographie, Röntgen Nieren, sog. Refluxzystogramm, Harnröhrenweitenbestimmung). Eine Blasenspiegelung allein ist nicht ausreichend.

Und dann muss man nach einer Kultur (gibt es die??) eine Therapiephase und eine Prophylaxe mit getesteten Antibiotika machen.

Manchmal liegen bei einer sexuell aktiven Frau auch keine Blasenentzündungen, sondern eine HARNRÖHRENentzündung mit atypischen Bakterien wie Chlamydien oder Mykoplasmen vor. Abstrich PCR im STD-Panel bringt hier Klarheit.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH