Bulkamid-Verfahren – Frage von thymian

Sehr geehrte Herren,

nach einer urodynamischen Untersuchung mit der Diagnose Mischinkontinenz mit starker Harnröhrenverschlussschwäche wurde mir die Unterspritzung der Harnröhre mit Bulkamid-Hydro-Gel empfohlen.

Frage:

Welche Risiken sind damit verbunden, liegen bereits Erfahrungswerte anderer Patienten vor, und würden Sie eine solche Behandlung befürworten?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Antwort von Prof. Wiedemann:

Lieber Thymian,

bei einer solchen Behandlung wird ein Gelee unter die Schleimhaut der Harnröhre eingebracht, um einen besseren Verschluss zu erzeugen. Bei einer Mischinkontinenz aus Belastungskomponente (dafür wäre Bulkamid) und Drangkomponente (diese würde anders behandelt) geht man normalerweise erst die Drangkomponente mit Tabletten, notfalls Botox etc. an. Ich vermute, dass das schon geschehen ist. Hier sind eine genaue Anamnese und ein ganzes Arsenal von Untersuchungen erforderlich. Die Bulkamid-Behandlung ist wenig invasiv (weil bei einer Spiegelung appliziert), die Ergebnisse und die Ergebnisdauer sind allerdings nicht so, dass die Methode primär eingesetzt wird. Sie ist in meinen Augen (aber das ist subjektiv) eher ein Reserveverfahren, wenn andere Methoden nicht (mehr) in Frage kommen.

Mit freundlichen Grüßen,

Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2018-07-22T15:15:37+00:0022. Juli 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.