Botulinum-Toxin-Behandlung bei Überaktiver Blase

Botulinumtoxin (Botox) ist ein bakterielles Nervengift, das in geringen Dosen in der Lage ist, die Blase so zu dämpfen, dass die Symptome einer Überaktiven Blase verschwinden. Es muss in die Blase injiziert werden – in der Regel ist dazu eine Narkose erforderlich.

Die Wirkung setzt nach 2  – 4 Wochen ein und hält im Mittel 6 Monate an. Zugelassen ist das Medikament für die „therapierefraktäre“ Überaktive Blase, also für die Fälle, in denen die Standardtherapie nicht greift. Es sollte also mindestens ein Anticholinergikum (Medikament in Tablettenform) zur Dämpfung der Blase in ausreichender Dosierung gegeben worden sein, ehe der „Startschuss“ für Botulinum Toxin fällt.

Injektion von Botulinum-Toxin (Botox) in die Blasenwand während einer Blasenspiegelung in Narkose

Injektion von Botulinum-Toxin (Botox) in die Blasenwand während einer Blasenspiegelung in Narkose

 

Injektionsschema von Botulinum-Toxin in die Blasenwand: bei neurologisch bedingter Überaktiver Blase werden 20 – 30 Injektionen über die Blasenwand verteilt.

Injektionsschema von Botulinum-Toxin in die Blasenwand: bei neurologisch bedingter Überaktiver Blase werden 20 – 30 Injektionen über die Blasenwand verteilt.

 

An Nebenwirkungen sind eine Restharnbildung zu nennen, die besonders tückisch ist: Der Betroffene merkt u. U. keinen Unterschied zum ursprünglichen Erscheinungsbild seiner Überaktiven Blase – obwohl der Grund für den häufigen und nächtlichen Harndrang jetzt ein ganz anderer geworden ist: die volle Blase. Dies muss unbedingt erkannt werden, um einen Harnaufstau in die Nieren mit Folgeschäden zu vermeiden. Selten sind Muskelschwäche z. B. von Armen oder anderen Muskeln die Begleiterscheinung einer Botulinum-Toxin-Behandlung.

2018-08-06T14:09:54+00:0024. Juli 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.