Seit etwa 10 Jahren kämpfe ich mit E. coli, die immer mit Antibiotika weggegangen sind. Nach einem Gyn-Besuch Ende Juli 20 habe ich dauerhaften Druckschmerz in der Blase sowie gelegentlich Drang. Seit dem Termin werden keine Bakterien mehr nachgewiesen, immer nur sehr hohe Leukos. Im August wurden dann Ureaplasma urealyticum diagnostiziert via Harnröhrenabstrich. Bisher wurde ich bereits 3x und mein Partner ebenfalls negativ getestet. Bei einer Blasenspiegelung wurde nur ein geröteter Blasenboden festgestellt.

Zusätzlich (gleich mit den Blasenbeschwerden aufgetaucht) sind Druck am rechten Ohr sowie Heiserkeitsgefühl der rechten Halsseite aufgetreten. Beim HNO ohne jeglichen Befund.

Ich vermute, dass das in Zusammenhang stehen könnte.

Aktuell prüft die Urologin auf Tuberkulose.

Ich reagiere auf jeglichen Druck sofort. Eine Jeans tragen geht nicht mehr.

Ich leide sehr unter der Situation und freue mich auf weitere Ideen.

Antwort von Prof. Wiedemann:

Liebe Julie,

Druck am Ohr und Heiserkeit in Zusammenhang mit einer Mykoplasmeninfektion sind mir noch nicht vorgekommen. Ob wirklich ein Zusammenhang besteht, möchte ich bezweifeln.

Bitte fragen Sie nach, ob „negativ getestet“ auch mit PCR getestet heißt – andere, kulturelle Nachweismethoden sind ungenau.

Man müsste auch hinterfragen, ob Ihre Mykoplasmeninfektion (noch) verantwortlich ist für Ihre Beschwerden. Viele Frauen „haben“ Mykoplasmen ohne Beschwerden. Ich würde z. B. einen Ultraschall von der Harnröhre aus machen (sog. Introitussonographie) und die Harnröhre kalibrieren. Auch müsste man ein chronisches Beckenschmerzsyndrom (früher Interstitielle Zystitis) ausschließen. Das geht nicht in einer „normalen“ Spiegelung (s. auch Distensionszystoskopie). An eine Tuberkulose des Harntraktes (heute ohne Migrationshintergrund und ohne Lungen-TBC eine Rarität) glaube ich eher nicht.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH