Rückfrage von Simone (3.6.2020):

Ich nehme nun seit gut 2 Monaten elmiron wegen meiner IC. Obwohl der Zeitraum erst sehr kurz ist, meine ich eine deutliche Verbesserung zu bemerken.

Meine Probleme waren hauptsächlich nachts – da machte meine Blase hauptsächlich Probleme. Aber jetzt kann ich  auch kaum noch schlafen. Ich werde nach 2 Stunden wach, muss auf die Toilette und bin dann hellwach bis morgens. Es liegt nicht an der Blase. Sie macht keine Probleme. Kennen Sie das als Nebenwirkungen von elmiron? Ich habe sonst keine Nebenwirkungen.

Wenn dem so ist, muss ich elmiron absetzen, weil die Schlaflosigkeit unerträglich ist. Kann man den Wirkstoff auch instillieren?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort von Prof. Wiedemann:

Liebe Simone,

Schlaflosigkeit gehört nicht zu den klassischen Nebenwirkungen. Instillieren geht auch, müssten Sie aber selbst bezahlen und der Effekt ist natürlich nur punktuell. Besser, Sie lassen die Schlaflosigkeit abklären (z. B. auch durch Hormonmangel bei Wechseljahren?)

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von Simone:

Guten Morgen,

nach fast 2-jähriger Odyssee wurde bei mir nun eine Blasenspiegelung mit Distension und Biopsie durchgeführt. Das gesicherte Ergebnis: eine beginnende interstitielle Zystitis.

Nun meine Frage: Meine Beschwerden sind noch erträglich. Wenn ich nichts unternehme, erfolgt dann automatisch eine Verschlimmerung, da „beginnend“ ja bedeutet, dass hier ein Prozess stattfindet? Mein Urologe möchte mit Elmiron starten. Ist die Dosierung 1-1-1 zwingend erforderlich, oder macht auch eine geringere Dosis Sinn? Der Erfolg zeigt sich erst nach ca. 6 Monaten – ist das richtig?

Da ich Angst vor den massiven Nebenwirkungen habe, würde ich lieber mit Instillationen beginnen. Darauf bekam ich die Antwort, dass diese selber zu bezahlen seien und ich immer in die Praxis kommen müsse. Das ist mir aber egal. Was raten Sie mir??

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort von Prof. Wiedemann:

Liebe Simone,

die Basistherapie einer interstitiellen Zystitis (IC) besteht aus Elmiron Tabletten (3 x 100 mg), zusätzlich eine suffiziente Schmerztherapie (Opioide + Amitriptylin) und eine Ernährungsberatung. Tatsächlich macht eine Beurteilung dieser Therapie erst nach 6 Monaten Sinn. Wenn die Distension selbst zu einer Beschwerdelinderung geführt hat, kann man auch diese wiederholen.

Tatsächlich müssen Instillate (Medikamente, die in die Blase gefüllt werden) vom Patienten selbst getragen werden, die Krankenkassen übernehmen sie nicht. Aus meiner Sicht sind sie aber auch nicht so effektiv (kommen halt nur jede Woche 1 x in die Blase, Elmiron-Tabletten dauerhaft). Die Nebenwirkungen werden m. E. überbewertet – auch die in letzter Zeit so in den Vordergrund gespülten Augenprobleme sind nach neueren Literaturdaten ein Fake.

Was man noch zusätzlich machen kann, ist eine EMDA-Behandlung (zusätzlich zur Basistherapie!) – mit Strom 1 x pro Monat Medis in die Blase. Das machen manche Krankenhäuser stationär als Kassenleistung.

Haben Sie schon einmal überlegt, in eine IC – Sprechstunde eines Zentrums zu gehen?

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH