Rückfrage von Merkur (1.3.2020):

Hallo, es handelt sich um eine junge Frau. würde ggf. Mannose helfen?

Antwort von Prof. Wiedemann:

Nein, das hilft nur zur Prophylaxe bei beschwerdefreien Patienten, nicht zur “Nachbehandlung”.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

Ursprüngliche Frage von Merkur:

Eine Blasenentzündung vor zwei Monaten wurde mit Pivmelam 3 Tage behandelt. Anfang Februar kamen wieder Beschwerden auf und nach erfolgloser Behandlung mit Chronik, Mannose etc. wieder 3 Tage Pivmelam. Diese haben nichts geholfen, dann noch mal 5 Tage. In der Zwischenzeit wurde Urinkultur angelegt und Enterokokken faecalis in kleiner Menge festgestellt. Somit wurde das Antibiotika auf Amoxicillin, welches sensibel getestet wurde, umgestellt. Nach 5 Tagen immer noch keine Besserung, wieder Urinkultur und noch 10000 Enterokokken faecalis festgestellt, also kleiner Stamm. Nitrit und Leukozyten waren negativ. Die Beschwerden wie starker Harndrang, Gefühl der entzündeten Blase bleiben auch unter Antibiotika fortlaufend fortbestehen. Wie könnte man weiter vorgehen?

Antwort von Prof. Wiedemann:

Hallo Merkur,

das kommt darauf an, ob Merkur eine Frau oder ein Mann ist.

Enterokokkus faecalis ist ein hartnäckiger Keim, der auch bei Frauen schwer zu vertreiben ist. Häufig nicht oder nur ungenügend mit oralen Medikamenten. Diese sollten nach Antibiogramm lange und hochdosiert gegeben werden. Deshalb reicht eine “geringe” Dosierung von Amoxicillin häufig nicht aus.

Bei Männern handelt es sich häufiger nicht um eine Blasenentzündung, sondern um eine versteckte Prostataentzündung. Diese wird noch anders behandelt.

Lassen sich die Keime auch mit allen Tricks nicht vertreiben, muss nach Störfaktoren gesucht werden. Dazu gehören Blasenspiegelung, Harnröhrenmessung, Ultraschall von der Scheide aus, Röntgen.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH