2018 publizierten Augenärzte aus Atlanta, USA, erstmalig eine Beobachtung, die sie bei der Auswertung von einigen tausend Krankenakten von Patienten in ihrer Klinik gemacht hatten (Pearce, Chen et al. 2018, Foote, Hanif et al. 2019).

Bei Patienten, bei denen eine besonders seltene Form, die Pigmentäre Makulopathie, beobachtet werden konnte, hatten 14 Patienten eine IC-Diagnose und nahmen deshalb elmironR (orales Pentosanpolysulfat) zur Behandlung dieser Erkrankung ein. Diese ist seit über 20 Jahren bei der Interstitiellen Zystitis die Standardtherapie in den USA. Allen Patienten gemeinsam war der Umstand, dass sie Pentosanpolysulfat durchschnittlich über 15 Jahre einnahmen und meistens auch höhere Tagesdosierungen erhielten als 300mg pro Tag, welche in Deutschland die zugelassene Tagesdosis darstellt.

Ob es sich nun bei der Pigmentären Makulopathie um eine Folge der elmironR-Einnahme oder das zufällige Aufeinandertreffen von 2 eigenständigen Erkrankungen handelt, nämlich der Interstitiellen Zystitis und der Pigmentären Makulopathie, ist bisher nicht geklärt. Da die Augenklinik zur Klärung dieses Sachverhaltes weitere Untersuchungen vorschlägt, hat der Hersteller den Hinweis ernst genommen und die behandelnden Ärzte über die beobachteten Fälle informiert.

Es wird deshalb vorsorglich empfohlen, unter der Therapie in regelmäßigen Abständen einen Augenarzt aufzusuchen. Patienten, die Leseschwierigkeiten oder eine verzögerte Anpassung an dunkle oder schlechte Lichtverhältnisse feststellen, sollten ihren behandelnden Arzt ansprechen, damit dieser eine augenärztliche Untersuchung anordnen kann. Der Augenarzt wird prüfen, ob eine Pigmentäre Makulopathie vorliegt oder die weit häufiger auftretende altersbedingte Makulopathie, von der in Deutschland rund 4,6 Millionen Menschen betroffen sind. Erst nach dem Vorliegen der augenärztlichen Untersuchungsergebnisse kann der behandelnde Arzt entscheiden, ob die Therapie mit Pentosanpolysulfat fortgesetzt oder ausgesetzt werden soll.

Auf keinen Fall sollte ein Patient mit Interstitieller Zystitis die Therapie ohne augenärztliche Untersuchung und Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt aussetzen. Da die Interstitielle Zystitis eine schwerwiegende Erkrankung der Blase mit Beckenschmerz und Harnbeschwerden wie häufigem und drängendem Harndrang ist, die sich unbehandelt über die Jahre deutlich verschlechtern und zur Berufsunfähigkeit im späteren Krankheitsverlauf führen kann.

Derzeit ist elmironR die einzige zugelassene und empfohlene Therapie, die mit in Studien belegter Wirksamkeit die Symptome der Interstitiellen Zystitis, die die Lebensqualität deutlich einschränkt, verbessern kann.