zurück zur Übersicht

Ureaplasmen – Was kann ich noch tun?

05.08.
2025

Hallo Prof. Wiedemann,

Ich hatte Symptome einer Blasenentzündung. Aufgrund eines neuen Partners vermutete ich direkt eine sexuell übertragbare Infektion, da auf den Urin-Teststreifen kein Nitrit nachweisbar war. Zunächst wurde ich nicht ernst genommen, bekam Fosomycin und Cotrim trotz negativem Befund der Urinkultur.
Als nichts half nach 6 Wochen Infektion und starken Problemen, doch nach PCR-Abstrich und Nachweis von Ureaplasmen. Zunächst Azithromycin, dies half aber nicht richtig, sodass ich Doxycyclin für 3 Wochen eingenommen habe. Nun bin ich 3,5 Wochen ohne Antibiotika. 2. Kontroll-PCR (eine und drei Wochen nach Antibiotika-Ende) waren negativ aber ich habe immer noch Probleme mit der Blase. Brennen, Ziehen, Kitzeln, Stechen, Harndrang … immer wieder mal mehr oder weniger. Blasenspiegelung und Ultraschall waren unauffällig.
Ich weiß nicht mehr was ich noch tun soll. Ich ernähre mich blasenfreundlich, vermeide reizende Lebensmittel und Getränke, nehme Mannose, Granu Fink Femina, Zink und etwas für die Darm- und Scheidenflora. Aber es geht leider nicht weg. So langsam leidet die Psyche sehr, da ich Angst habe, dass das nicht mehr aufhört. Ein normaler Alltag ist nur schwer möglich. Partnerbehandlung ist erfolgt und es gab auch keinen sexuellen Kontakt seit Symptombeginn.
Ist einfach noch Geduld gefragt, dass die Blase sich erholen kann? Haben Sie noch Ideen oder Tipps?

Vielen Dank und herzliche Grüße

Antwort Prof. Wiedemann

Sehr geehrte Patientin!

Nach Ihren Angaben liegt am ehesten eine Reizblase Mykoplasmeninfektion vor. Hier kann sicherlich eine symptomatische Therapie helfen. Man könnte mit einem pflanzlichen Präparat z.B. Kürbiskernextrakt. Andernfalls kämen Medikamenten aus der Gruppe der sogenannten Anticholinergika in Frage. Am Besten wenden Sie sich an Ihren behandelnden Urologen, niemand muss still vor sich hin in leiden.

Bei dieser Gelegenheit sollte auch geklärt werden, ob es andere Ursachen für ihre Beschwerden gibt, hier würde ich als Ihr Urologe eine sogenannte Introitussonografie, eine Harnröhrenkalibrierung ggf. eine neuerliche Blasenspiegelung vornehmen.

LG

Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann