Mein Urologe hat bei mir eine „Zystitis zystica“ diagnostiziert – was ist das?

Eine „Zystitis zystica“ – oder wörtlich übersetzt „bläschenförmige Blasenentzündung“ – ist eine Sonderform einer chronischen Blasenentzündung, deren Entstehung medizinisch noch nicht in allen Einzelheiten geklärt ist.

Es kommt zu einer Ausbildung von „Sagokorn-artigen“ Gebilden in der Schleimhaut, die in Experimenten durch Coli-Keime entstehen können. Im Mikroskop ist zu sehen, dass die Blasenschleimhaut kleine Einstülpungen bildet, die sich unter einer langfristigen Antibiotikatherapie aber wieder zurückbilden.

Zystitis zystica

Hier kommen Antibiotika niedrig dosiert über mehrere Wochen oder sogar Monate zum Einsatz, die nur im Harn einen Wirkspiegel haben und keine Nebenwirkungen wie Durchfälle oder Scheidenpilz entfalten können. Begleitend kann die häufig vorhandene „Reizblase“ oder Überaktive Blase mit Medikamenten aus der Reihe der sog. Anticholinergika gedämpft werden.

2017-08-11T12:36:49+00:00 11. August 2017|

Über den Autor:

PD Dr. Andreas Wiedemann

Herr PD Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.