Überaktive Blase – Frage von Lucy

Guten Tag.

Ich bin 36 Jahre alt und habe nun seit über 2 Jahren Probleme mit der Blase. Angefangen hat es mit häufig auftretenden Symptomen einer Blasenentzündung.  Bei Kontrolle des Urins wurden aber fast immer keine bzw. keine erhöhte Zahl Bakterien gefunden.

Eine Blasenspiegelung wurde vor ca. 2 Jahren gemacht. Organisch sei alles i.O.

Nun ist es seit Monaten so, dass ich unter einem ständigen leichtem bis mäßigen Harndrang leide. Wenn ich mich versuche abzulenken und nicht großartig daran denke kann ich ganz gut damit leben.

Es kommt allerdings auch häufig dazu, dass es  schlimmer wird und ich dann ständig starken Harndrang habe und ca. alle 15 min. bis 2 Std. zur Toilette muss.

Schmerzen habe ich dabei meist nicht. Auch die Menge des Urins ist ausreichend. 300-500 ml pro Toilettengang.

Ich hatte erst Spaßmolyt genommen, jetzt seit 2 Tagen Vesikur.

Nun meine Frage, woran kann es bei mir liegen? Ich bin noch recht jung für eine Reizblase. Auch sind es normale Mengen beim Wasser lassen.

Ich glaube das ich stark und schnell auf Reize wie Kälte oder auch Sex reagiere. Warum ist das so?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe Lucy,

in der Tat hören sich Ihre Beschwerden nach „Überaktiver Blase“ an, die bereits mit speziellen Medikamenten behandelt wird (Vesikur). Der reinen Lehre nach müsste man noch etwas mehr als nur mit einer Blasenspiegelung nach einer Ursache suchen (z. B. nach Hormonmangel oder einer Blasenfunktionsstörung forschen). Angebracht wäre eine gyn. Untersuchung, eine sog. Blasendruckmessung, ein Ultraschall von der Scheide aus …

Wenn keine Ursache gefunden werden kann, dann müssten Sie weiter Tabletten zum Dämpfen der Blase einnehmen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2016-11-23T12:13:42+00:00 23. November 2016|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.