Strahlenblase – Training oder Eigentherapie – Frage von Albenkind

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch Bestrahlung Anfang 2010 (Gebärmutterhalskrebs) wurde vor 14 Tagen bei mir wegen einer Markohämaturie nebst Koagel eine Strahlencystitis durch den Urologen festgestellt.

Heute, nach einem Urogramm wurde festgestellt, dass sich die Blase nicht mehr richtig genug auffaltet; ich gehe sehr oft zur Toilette, aber ich verliere nicht ungewollt Urin.

Wie kann ich selbst dazu beitragen, dass sich die Blase wieder reguliert? (sh. Dehnung und Auffalten, Füllmenge)

Für Ihre Ratschläge wäre ich sehr dankbar!

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Frau „Albenkind“,

was Sie beschreiben, ist die Symptomatik einer „Überaktiven Blase“ in der „trockenen“ Form – oder „OAB dry“. Dies kann tatsächlich durch eine Bestrahlung ausgelöst werden.

Neben Medikamenten aus der Gruppe der Anticholinergika (z. B. Trospiumchlorid) empfiehlt es sich, treibende Getränke zu meiden. Dazu gehören Kaffee, Tee, Bier; generell sollte nicht zuviel getrunken werden. 1,5 Liter sind in den meisten Fällen pro Tag ausreichend.

Es gibt zusätzlich Strategien, den verstärkten Harndrang zu bekämpfen. Dazu zählen „in 7er-Schritten rückwärts zählen“ oder „Gedicht rezitieren“.

Auch Beckenbodengymnastik ist hilfreich. In Ihrem Falle muss nicht der Beckenboden trainiert werden, sondern es wird durch seine Anspannung erreicht, dass die Blase gehemmt wird. Am besten, Sie lassen sich eine Überweisung zu einem spezialisierten Physiotherapeuten ausstellen!

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2013-10-30T12:25:11+00:00 30. Oktober 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.