Kann eine Senkung zu Harninkontinenz führen?

Ja und nein – eine Senkung von Gebärmutter oder Scheide kann in verschiedenen Schweregraden vorkommen. Medizinisch werden diese mit Gradzahlen von 1 – 3 belegt – bei einer drittgradigen Senkung („Deszensus“) wird gesprochen, wenn das Scheideneingangsniveau überschritten wird.

Eine solche Senkung verändert natürlich die Statik des Beckenbodens ganz erheblich. Es kann sowohl eine Belastungsinkontinenz hervorgerufen werden, so dass Urin bei Husten, Lachen, Niesen verloren wird, als auch eine solche „versteckt“ werden. Bei einem solchen „Quetschhahnphänomen“ wird eine Inkontinenz durch die heruntergesunkenen Gewebsanteile abgedrückt. Im Ergebnis kann es sein, dass nach der Operation der Senkung die Inkontinenz sich verschlimmert und dann in einem 2. Schritt behoben werden muss. 

Senkung in der Vaginalsonographie: ein Teil der Blase sinkt unterhalb des Harnröhreneinganges (s. Stern) ab.

Senkung in der Vaginalsonographie: ein Teil der Blase sinkt unterhalb des Harnröhreneinganges (s. Stern) ab.

2017-06-27T13:30:13+00:00 2. September 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.