Reizblase und Karzinom – Frage von Verunsichert

Werter Herr Professor, vor 2 1/2 Jahren trat bei mir (W, heute 56 J.) plötzlich eine Reizblase auf. Sehr häufiger Harndrang/Harnverlust. Nach anfänglich schamhaftem Verdrängen bekam ich von der Uro-Gyno Betmiga. Wirkte nicht. Bekam ohne weitere Untersuchung Vesicare 5mg. Wirkte mit Einschränkungen. Sept. 17 dann Blut im Urin. Diagnose: Blasenkrebs. 2 OPs, TBC-Instillationen wöchentlich 6x, Vesicare auf 10mg erhöht. Plötzlich viele Nebenwirkungen. Zystoskopie alle 3 Monate, bis dato alles OK, TBC-Instillationen nun monatlich bis Ende 18, Vesicare runter auf 5mg. Nebenwirkungen geringer. Ich bin dankbar, dass die Blase nicht entfernt wurde, frage mich jedoch, ob ich bis ans Lebensende Vesicare nehmen muss, ob es andere Präparate mit weniger Nebenwirkungen gibt oder ob ich das Vesicare einfach weglassen soll. Bin sehr verunsichert.

Antwort von Prof. Wiedemann:

Liebe Dame,

die Reizblase kann gut von der Blasenoperation und dem BCG kommen.

Es kann sein, dass Sie das Medikament lebenslang nehmen müssen (wie beispielsweise ein Bluthochdruck-Medikament). Mit etwas Glück kann man langfristig „ausschleichen“.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2018-05-10T16:54:34+00:00 10. Mai 2018|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.