Stimmt es, dass die Prostata den Beckenboden des Mannes stabilisiert?

In der Tat ist die Prostata mit dem Blasenausgang ein „Kontinenzorgan“; sie ist nicht nur im Falle der Vergrößerung ein Störfaktor, sie trägt auch zur Kontinenz bei. Tückisch ist, dass Symptome einer Prostatavergrößerung mit häufigem, nötigen und nächtlichem Wasserlassen mit denen einer überaktiven Blase verwechselt werden können. Wird in dieser Situation die Prostata operiert, ist dem betroffenen Mann nicht nur nicht geholfen, seine Beschwerden der Überaktiven Blase verschlimmern sich durch den Reiz der Operation noch weiter. Manchmal wird dann angenommen, die Operation der Prostata sei nicht „ausreichend“ gewesen, es wird nochmalig operiert …

Tückisch auch: eine „Balkenblase“ mit den durch die Schleimhaut hindurchschimmernden Muskelbündeln der Blase kann es bei Prostatavergrößerung und bei Überaktiver Blase geben. Hier bedarf es weitergehender Untersuchungen und der ganzen Erfahrung eines Facharztes, zwischen den genannten Krankheitsbildern zu unterscheiden.

Spiegelungsbefund einer „Balkenblase“ – hochtrainierte Muskelfasern in der Blase

2017-06-26T14:27:11+00:00 7. Februar 2015|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.