Neurogene Blase – Anfrage von Masy

Ich bin ratlos. Ich bin seit der Geburt meiner Tochter vor 19 Jahren inkontinent. Würde zwischenzeitlich etwas besser, aber trocken war ich nie. Die Inkontinenz nahm in den letzten Jahren wieder zu. 2013 hatte ich einen gutartigen Tumor in der Blase der entfernt wurde. Im selben Jahr hatte ich eine HWS Op wodurch ich sehr viele Verletzungen erlitt. Von da an fing meine Blase an unwillkürlich an auszulaufen. Bis vor ein paar Monaten könnte ich den Drang etwas reduzieren indem ich stehen blieb und wartete. Im vorigen Jahr hatte ich eine Versteifungs Op an der HWS. Bei beiden Op’s 2013 und 2016 hatte ich Keime in der Wunde welche mit Ciprofloaxin und 40 Tage Zyvoxid behandelt wurden. Diese Medikation hat so viele Schäden im Körper angerichtet, dass ich seither nur noch eingeschränkt beweglich bin, einen Schlaganfall der kleinen Gefäße im Gehirn hatte, extreme Atemnot und meine Blase überhaupt nicht mehr steuerbar ist. Gestern erst war ich wieder im Beckenbodenzentrum in Berlin und die Messung ist sehr schlecht ausgefallen. Die Blase hat gerade noch 20ml Fassungsvermögen und dann lief es auch schon wieder raus. Jetzt soll Botox gespritzt werden und ein Halteband vernäht werden. Kann man mit Botox die Blase dehnen? Die Diagnose neurogene Blase steht im Raum. Was würden Sie mir empfehlen? Danke.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Liebe Masy,

Botox lässt die Blase schlaff werden, so dass sie wieder mehr fasst. Ist ein sehr effektives Medikament, mit dem auch wir gute Erfahrungen gemacht haben. Einziger Nachteil: es hält nur 6 – 9 Monate an, dann muss es erneut injiziert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2017-12-13T16:02:52+00:00 13. Dezember 2017|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.