Welche Inkontinenzgrade gibt es?

Diese Frage hat eine persönlich-individuelle und eine wissenschaftliche Dimension: Während sich der eine Patient schon durch wenige Tropfen Urinverlust, die durch eine Slipeinlage aufgefangen werden, erheblich gestört und „unwohl“ fühlt, kommen andere Patienten mit dem Verlust größerer Urinmengen zurecht. Hier ist auch die Frage, ob die Harninkontinenz-Episoden einmal am Tag, einmal in der Woche oder im Monat stattfinden.

Viele Studien belegen dabei, dass eine sog. Belastungsinkontinenz als weniger störend – weil vorhersehbar – empfunden wird. Eine Überaktive Blase mit häufigem Wasserlassen bei jeder Gelegenheit beeinträchtigt die Lebensqualität mit der ständigen Suche nach einer Toilette jedoch häufig in erheblicherem Maße. Oftmals werden Aktivitäten und Hobbies, die das Aufsuchen einer Toilette nicht erlauben, komplett aufgegeben. Dazu gehören Konzert- und Theater-Besuche, Schiffs- und Busreisen, Wandern in der Gruppe etc.

Wissenschaftlich läßt sich vor allem die Belastungsinkontinenz nach Schweregraden einteilen: Eine Belastungsinkontinenz Grad 1 nach Ingelman-Sundberg ist Urinverlust beim Husten und Lachen, Grad 2 bei Heben und Aufstehen, Grad 3 sogar bei Umwendbewegungen im Bett.

2014-10-22T19:03:20+00:00 22. Oktober 2014|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.