Drangblase – Frage von Lucy

Ich habe eine Drangblase und nehme Toviaz 4mg. Manche Tage wirken sie perfekt und ich denke, jetzt ist alles ok, aber an manchen Tagen kann ich meinen Blasenmuskel überhaupt nicht kontrollieren und Urin geht ab. Liegt es wirklich an einem selbst, wie man gerade drauf ist??

Seit kurzem versuche ich es mit Biofeedback, (Cefar peristim pro) die Harnröhrennerven zu aktivieren. Wer kann mir noch weitere Tipps geben, um das leidige Problem endlich in den Griff zu bekommen.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Hallo Lucy,

Ihr Medikament dämpft die Blase und hilft, die Abstände des Wasserlassens zu vergrößern und den Harndrang besser zu kontrollieren. Sie nehmen die niedrigere Dosierung ein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die Dosis nicht gesteigert werden sollte.

Zusätzlich ist ein Biofeedbacktraining eine gute Idee, auch wäre eine vom qualifizierten Physiotherapeuten geleitete Beckenbodengymnastik hilfreich. Zusätzlich müsste geschaut werden, wieviel Sie wann trinken und ob man hier die Flüssigkeitsausscheidung „glätten“ kann.

Wichtig auch: koffeinhaltige Getränke wie Cola, Tee, Kaffee meiden! Nehmen Sie harntreibende Medikamente? Diese sollten auf den Prüfstand gestellt werden. Gut ist auch, sich ein Blasentagebuch über 3 Tage mit den ausgeschiedenen Mengen (Messbecher!) anzuschauen: Vielleicht ist ein Wasserlassen „nach Stundenplan“ vor dem unfreiwilligen Urinverlust zielführend.

Grundsätzlich, sollte, wenn Medikamente nicht helfen, noch einmal genau untersucht werden, ob man nicht eine Ursache für den heftigen Reiz findet: Blasenspiegelung, vaginaler Ultraschall, Urinkultur, Harnröhrenabstrich auf Bakterien….

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2013-08-24T12:24:52+00:00 24. August 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.