Kann es durch Diabetes sowohl zu Potenzstörungen als auch Überaktiver Blase kommen?

In der Tat wissen wir heute aus der „Wittener Diabeteserhebung“, dass Männer mit „Erektiler Dysfunktion“ bei Diabetes mellitus eine besondere Risikogruppe für Harntraktbeschwerden darstellen – besonders, wenn der Diabetes zu Komplikationen wie Nierenschäden, Netzhautschäden oder Fußgeschwüren geführt hat.

Männer mit Erektiler Dysfunktion haben nicht nur häufiger als Männer ohne Erektile Dysfunktion Harntraktbeschwerden, sie übertreffen in diesem Punkt sogar die Frauen.

Daten der „Wittener Diabeteserhebung“

Daten der „Wittener Diabeteserhebung“

 

Grund für dieses Doppelphänomen könnte sein, dass der Diabetes ähnliche Regelkreise bei der Blase und am Schwellkörper stört. Benachbarte Nervenabschnitte und teilweise identische Botenstoffe sind für die Steuerung der Blasenfunktion und des Penisschwellkörpers verantwortlich. Alle Diabetiker mit und ohne Erektile Dysfunktion sollten sich unbedingt bei Harntraktbeschwerden bei ihrem Arzt vorstellen.

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2017-06-27T13:22:56+00:00 27. September 2013|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.