Was ist eigentlich eine Blasenhalssklerose?

Eine „Blasenhalssklerose“ ist eine Variante der Prostatavergrößerung. Während bei der klassischen Prostatavergrößerung das kastaniengroße Organ nicht nur nach außen wächst, sondern auch nach innen und dadurch die Harnröhre in diesem Bereich komprimiert, tritt die Blasenhalssklerose eher bei jüngeren Männern ohne eigentliche Vergrößerung der Prostata auf. Es kommt zu einer Vernarbung und Versteifung („Sklerose“) des inneren Schließmuskels, der aus Muskelfasern der Blase am Eingang in die Prostata bzw. am Übergang zur Harnröhre besteht. Selten kann das Krankheitsbild auch bei Frauen vorkommen.

Die Blasenhalssklerose verursacht ähnliche Beschwerden wie die Prostatavergrößerung des älteren Mannes: abgeschwächter Harnstrahl, häufiges und nächtliches Waserlassen. Im Anfangsstadium können Medikamente wie Alpha-Blocker helfen, ist der Blasenausgang komplett vernarbt, dann muss der eingeengte Ring operativ eingekerbt werden.

In dem endoskopischen Bild ist die weite Harnröhre eines jungen Mannes zu erkennen; unten im Bild der „kleine Samenhügel“, die Mündungsstelle der Samenleiter: Der sonst offene Durchtritt in die Blase ist oben bei 12 Uhr als winziger Spalt zu erkennen.

2017-06-26T14:30:02+00:00 15. Januar 2015|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.