Blasenhalssklerose – Frage von Joseph

Seit über 2 Jahren (bin 75 J.) ganz schwacher Harnstrahl. Nachts höchstens einmal pro Woche (!) Harnentleerung,aber immer ganz schwach.Vor allem auch morgens schwacher Harnstrahl,tagsüber fast normal.Die Harnstrahlmessung ergab ein ähnliches Bild wie auf Seite 20/21 in Bild 3 (im Blog).

Tamsolusin hat keine Verbesserung ergeben. Nun soll eine Blasenhalssklerose durchgeführt werden!

Frage: ist die OP in diesem Fall richtig und wie wird sie durchgeführt?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Lieber Joseph,

die Blasenhalssklerose ist eine Variante der Prostata-Vergrößerung, bei der es weniger zu einer ProstataVERGRÖßERUNG, sondern zu einer narbigen Einengung des Blasenausganges kommt. Im Ergebnis ist das dasselbe, schlechter Strahl, nächtliches Wasserlassen….

Tamsulosin wirkt bei diesem Krankheitsbild – fast erwartungsgemäß – eher schlecht, weil ja kein funktionell intaktes Prostatagewebe (das von Tamsulosin beeinflusst wird) vorliegt, sondern Narbengewebe. Oft ist dann eine Operation die einzige Möglichkeit zu helfen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2016-01-06T12:42:19+00:00 6. Januar 2016|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.