Betmiga – Frage von Florian

Rückfrage von Florian (1.1.2018):

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Bevor ich Vesikur bekommen habe, habe ich Spasmex bekommen mit dem Wirkstoff Trospiumchlorid, ich glaube in einer mittleren Dosierung, ich glaube 2 x15mg, aber auch keinem Fall in einer sehr hohen Dosierung. Da dies keine Wirkung zeigte, sind wir dann zu Vesikur 10mg gewechselt… Von daher habe ich den Wirkstoff Trospiumchlorid schon ausprobiert, zumindest in der mittleren Dosierung hat er nicht geholfen.

Da ich ein wenig Befürchtungen habe, dass wenn ich zu Betmiga Wechsel, die moderaten Erfolge von Vesikur aufgebe, weiß ich irgendwie nicht was ich machen soll, ich hatte nun gedacht einfach beides zu nehmen, ist dies möglich und ratsam? oder würden sie trotz der moderaten Erfolge von Vesikur den Wechsel zu Betmiga empfehlen?

Was versteht man eigentlich unter einer Botox Behandlung?

Zusätzlich hatte mein Urologe bei mir eine vergrößerte Prostata festgestellt, die auf meine Blase drückt, was auch ein Grund für meine häufige Toliettengänge ist, dagegen nehme ich aktuell Alfuzosin 10mg noch zusätzlich. Mein Urologe empfehlt mir aktuell keine Operation, da für ihn die Risiken zu hoch sind. Ich bin 37 Jahre alt. Wie sehen sie die Risiken so einer Operation (Impotenz, Kinderwunsch, etc…)

Vielen Dank vor ab.

Viele Grüße

Florian

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Lieber Florian,

das Thema ist komplex und es spielen Reizblase, Prostata-Vergrößerung und Infekte herein. Von grünen Tisch kann ich da leider nichts empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen
Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

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Ursprüngliche Frage von Florian:

Hallo,

ich habe eine Frage, ich leide seit einiger Zeit an einer Reizblase und habe seit 1,5 Jahren Vesikur 10mg am Tag genommen und hatte damit eine Besserung erzielt, jedoch sind die Beschwerden noch nicht vollkommen verschwunden und belasten mich weiterhin.

Mein Urologe meinte man könnte auch mal Betmiga statt Vesikur ausprobieren. Besteht die Gefahr, dass durch den Medikamentenwechsel die Erfolge, die ich durch Vesikur erzielt habe, wieder verschwinden? Kann man ggf. auch einfach beide Medikamente nehmen oder soll ich einfach wieder zu Vesikur wechseln?

Viele Grüße und schon einmal vielen Dank für die Antwort

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Lieber Florian,

wenn Vesikur 10 mg (das ist schon die höhere Dosierung) nicht funktionieren, ist ein Wechsel des Präparates sinnvoll. Ich persönlich würde zunächst ein anderes Präparat aus der gleichen chemischen Substanzgruppe „probieren“, z. B. Trospiumchlorid – das ist nicht nur in 2 Stufen (wie 5 und 10 mg bei Vesikur) sondern in unendlich vielen Stufen steigerbar: 2 x 15 mg, 3 x 15, 2 x 30, 3 x 30….

Ein Wechsel auf Betmiga, das chemisch ganz anders wirkt, ist auch denkbar, wäre aber für mich erst der nächste Schritt.

Der übernächste wäre dann auch noch eine Botox-Injektion in die Blase.

Mit freundlichen Grüßen
Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2018-01-02T12:07:38+00:00 31. Dezember 2017|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.