Betmiga – Frage von Blasenspiegel

Ich habe das neue Medikament Betmiga 50mg verordnet bekommen. Alle Untersuchungen von einer Klinik wurde mit psychosomatische Blase eingestuft. Wann hilft mir Betmiga und hat eine Botoxinjektion in die Blase, sollte Betmiga nicht helfen, Erfolg?

Mein Problem ist, ich gehe auf die Toilette, dann sofort wieder das Gefühl gehen zu müssen.

Kein Ausflug, das alles macht keinen Spaß.

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrter Blasenspiegel,

Betmiga und Botox sind neuere Medikamente für die Überaktive Blase. Darunter wird ein Krankheitsbild aus häufigem Harndrang tags und nachts mit und ohne Inkontinenz verstanden.

Psychosomatisch ist das Problem eher nicht, es handelt sich um eine Fehlsteuerung der Blase entweder auf Blasenebene oder in neurologischen Steuerungsmechanismen. Auch chronische Entzündungen, die „interstitielle Zystitis“ und andere Krankheitsbilder können zur Überaktiven Blase führen.

Hier sollte genau untersucht werden: Urin-Kulturen, Harnröhrenabstriche, neurologische Untersuchung, Blasenspiegelung, Blasen-Probenentnahme, Urodynamik usw.

Standardmedikamente für die Überaktive Blase sind die sog. Anticholinergika, die erregende Impulse für die Blase unterdrücken. Betmiga wirkt hier wie eine Blaupause: es werden hemmende Impulse für die Blase verstärkt. Botox wird in die Blase injiziert und hemmt sie langwierig. Vor einer „versuchsweisen Therapie“ sollte aber die Ursache gefunden werden.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2014-08-04T10:54:22+00:00 4. August 2014|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.