Belastungsinkontinenz durch falschen Sport??? – Frage von Fitness-Hase

Vor einigen Wochen habe ich mein Fitnessprogramm um etliche intensive Bauchmuskelübungen ergänzt. Plötzlich tritt nun bei Bewegung (also vor allem beim Sport….) leichte Inkontinenz auf.

Kann das durch die Übungen verursacht sein? Wenn ja, genügt es, die Übungen wegzulassen oder was ist zu tun? Kann man die Übungen „falsch“ ausführen und dadurch die Inkontinenz hervorrufen?

Antwort von PD Dr. Wiedemann:

Sehr geehrte Fitness-Hase,

vermutlich hat nicht der „falsche Sport“ die Belastungsinkontinenz, die Sie richtig benennen, hervorgerufen, sondern die außergewöhnliche Belastung hat Ihren Beckenboden überfordert. Tatsächlich muss der Beckenboden bei „Druck von oben“ „gegenhalten – das kann Husten, Lachen, Niesen sein, oder auch Hüpfen oder Tanzen.

In Ihrem Falle überschreitet offenbar der Druck im Bauchraum die Kraft des Beckenbodens – Inkontinenz ist die Folge. Die Empfehlung: Übungen dieser Art eher vermeiden, wenn, dann immer schön ein- und ausatmen, auf keinen Fall pressen. Und wenn gepresst oder gehustet werden muss, zur Seite, damit der Druck auf den Beckenboden etwas umgelenkt wird. Außerdem würde Beckenbodengymnastik – am besten physiotherapeutisch geleitet – helfen.

Gruß

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Urologischen Klinik, Ev. Krankenhaus Witten gGmbH

2014-03-22T18:23:44+00:00 22. März 2014|

Über den Autor:

Prof. Dr. Andreas Wiedemann
Herr Prof. Dr. A. Wiedemann ist Chefarzt der Klinik für Urologie des evangelischen Krankenhauses Witten, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und gefragter Referent.